Hoher Wasserverbrauch in Tierparks : Schattenfreunde und Sonnenliebhaber – Wie Zootiere in SH mit Hitze umgehen

<p>Das Turopoljeschwein Ludwig schwimmt in einem See des Tierparks Arche Warder. </p>

Das Turopoljeschwein Ludwig schwimmt in einem See des Tierparks Arche Warder.

Schafe lieben Schatten. Störchen kann es dagegen nicht sonnig genug sein. Viele Zootiere kommen mit der Hitze ganz gut zurecht, sagen Biologen.

shz.de von
04. August 2018, 11:11 Uhr

Lübeck/Warder | Überall im Norden stöhnen die Menschen unter der Hitze. Zootieren dagegen scheint die Wärme nicht so viel auszumachen. Sie bewegten sich einfach weniger und suchten sich schattige Plätzchen, sagte Lisa Iwon, Sprecherin des Zoos „Arche Warder“ in Warder im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

In den Tierparks gibt es sogar ausgesprochene Sonnengenießer. „Exoten wie Nandus, Kakadus oder Maras kommen jetzt erst richtig auf Betriebstemperatur“, sagte Zoobiologin Annika Lange vom Westküstenpark St. Peter-Ording. „Unsere Störche suchen sogar die pralle Sonne. Zum Temperaturausgleich hecheln sie mit geöffneten Schnäbeln“, sagte Lange.

Auch die Seehunde im Westküstenpark sonnten sich gerne und wenn es ihnen doch zu heiß werde, tauchten sie einfach im bis zu vier Meter tiefen Seehundbecken ab, erzählte die Biologin.

Auch Klaus Langfeldt vom Vogelpark Niendorf berichtet von sonnenbadenden Störchen und anderen gefiederten Exoten, denen Sonne und tropische Hitze nichts ausmachen. „Sie kommen ja aus heißen Gegenden Afrikas und Südamerikas“, sagte Langfeldt. „Wir sorgen aber für reichlich Wasser zum Trinken und Baden in den Gehegen und vermeiden Stress für die Tiere.“ Neben den eigentlichen Bewohnern des Vogelparks hat Langfeldt jetzt auch noch viele Jungvögel aufzupäppeln. „Wir haben hier allein 20 junge Schwalben, die wegen der Hitze aus ihren Nestern geflüchtet sind und sich noch nicht allein versorgen können“, sagte der Vogelexperte.

Auch im Park „Arche Warder“, der sich auf seltene und bedrohte Haustierrassen spezialisiert hat, kommen viele Tiere mit der Hitze gut zurecht. „Unsere Schweine suhlen sich gerne im Schlamm, um sich abzukühlen“, sagte Sprecherin Lisa Iwon. „Wir müssen nur dafür sorgen, dass immer genug Wasser in der Suhle ist. Schafe, Pferde und Esel ziehen sich dagegen in den Schatten von Bäumen zurück. Gelegentlich bekommen sie auch eine Dusche aus dem Gartenschlauch“, berichtete sie. 

Allen Einrichtungen gemeinsam ist zur Zeit ein hoher Wasserbedarf. „Wir müssen unsere Teiche für die Wasservögel täglich mit Wasser aus dem Flüsschen Dweerbeek auf unserem Gelände auffüllen“, sagte Langfeldt vom Vogelpark Niendorf. Die „Arche Warder“ hat nach Angaben Iwons ihren täglichen Wasserbedarf im Vergleich zu durchschnittlichen Sommern verdoppelt.  

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