Ryanair stellt Linienflüge von Blankensee aus ein

Aus und vorbei: Die irische Fluggesellschaft Ryanair wird ab dem Winterflugplan nicht mehr von und nach Lübeck fliegen.
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Aus und vorbei: Die irische Fluggesellschaft Ryanair wird ab dem Winterflugplan nicht mehr von und nach Lübeck fliegen.

Insolventer Flughafen Lübeck verliert seinen Hauptnutzer / Der Airport sieht den Weggang positiv

shz.de von
16. Juni 2014, 16:32 Uhr

Paukenschlag für den insolventen Flughafen Lübeck: Die irische Billig-Fluglinie Ryanair teilt mit, dass sie ihren Flugbetrieb ab Lübeck Airport zum Winterflugplan 2014/2015 einstellt. Grund für den Weggang von Ryanair sei die fehlende Planungssicherheit bedingt durch das vorläufige Insolvenzverfahren bei der Yasmina Flughafenmanagement GmbH, hieß es. Der Airport musste im April Insolvenz anmelden. Seitdem läuft die Suche nach einem neuen potentiellen Investor.

„Besonders für die Passagiere ist die Streichung der Linienverbindungen sehr ärgerlich“, bedauert Siegmar Weegen, Not-Geschäftsführer des Lübecker Flughafens, die Entscheidung von Ryanair.

Aus Airport-Sicht besteht kein Grund für Ryanair, Blankensee zu verlassen: Derzeit werden von Ryanair ab Lübeck die Destination Palma de Mallorca, Pisa und Bergamo/Mailand angeboten. „Alle Strecken sind gut ausgelastet“, sagte Flughafensprecherin Jana Bahrenhop gestern. Pikant: Der bestehende Vertrag zwischen Flughafen und Airline endet eigentlich erst im Jahr 2016. „Es finden weiterhin Gespräche mit Ryanair statt, eine Wiederkehr der Günstig-Fluglinie ist möglich“, so Bahrenhop.

Seit mehr als zehn Jahren fliegt Ryanair von Blankensee aus. Im Jahr 2000 eröffnete die irische Fluglinie ihre erste Verbindung von Lübeck nach London, weitere folgten. Doch Geld konnte der Flughafen damit wegen des massiven Kostendrucks durch Ryanair nicht verdienen. Der geplante Ausbau des Flughafens – von den Iren zur Bedingung für die Einrichtung einer Basis gemacht – stockt seit Jahren, nicht zuletzt durch Klagen vor dem Oberverwaltungsgericht in Schleswig.

Für die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck ist der Ryanair-Abflug „eine schlechte Nachricht“, so Pressesprecher Dr. Can Özren. Es komme jetzt darauf an, die unternehmerische Verlässlichkeit des Flughafens zeitnah wieder herzustellen. „Ziel muss sein, mit einem attraktiven Konzept neue Airlines nach Lübeck zu holen“, sagt Özren.

Klaus Pannen, vorläufiger Insolvenzverwalter, sieht indes aber auch eine Chance für den Lübecker Flughafen: „Für Lübeck bedeutet der Weggang auch die Möglichkeit, weitere Fluggesellschaften mit anderen Konzepten neben der Wizz Air zu etablieren.“ Und Weegen ergänzt: „Wir sind zuversichtlich, bald neue Ziele ab Lübeck anbieten zu können.“


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