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Lübeck

20. Oktober 2017 | 04:13 Uhr

Romantik rettet Ladenhüter

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Pärchen in aller Welt setzen auf Liebesschlösser / Trend erfreut auch Lübecker Metallbranche

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Das geritzte Herz in der Baumrinde gehört längst der Vergangenheit an: Liebesschlösser gelten mittlerweile als das öffentlich zur Schau gestellte Symbol ewiger Liebe. So haben sich etwa „Mandy & Steffen“ als Liebespaar auf einem der zahlreichen Schlösser verewigt, die an der so genannten Liebes-Brücke vor der Lübecker Musikhochschule über der Trave hängen.

Strahlende Gesichter gibt es nicht nur bei den Verliebten: Die Metallindustrie reibt sich angesichts des Trends die Hände. Denn die Liebenden retten das gute alte Vorhängeschloss, das durch moderne Schließsysteme zunehmend aus der Mode kommt. Denn: Schlösser mit Chips oder Geldmünzen verdrängen immer mehr das Bügelschloss.

Lübecks Händler können den Trend an den Absatzzahlen nachvollziehen: Zwei bis drei pro Woche, etwa 150 Stück im Jahr verkauft beispielsweise Michael Reese. „Da sind sicherlich schon 'zig von unseren Schlössern an der Liebesbrücke hängen geblieben“, sagt der Geschäftsführer von Schlüssel Reese. Bei dem Lübecker Traditionsbetrieb liegen besonders so genannte „Love Locks“, rot lackierte Schlösser, die gleich graviert werden können, im Trend. 24,95 Euro zahlen Liebespaare für den Komplettservice von Schloss und Gravur.

Bei Max Bahr an der Lohmühle sind Verliebte ab acht Euro dabei. „Nach oben sind da keine Grenzen gesetzt“, sagt Einzelhandelskaufmann Nils Hoenig. Bei Bahr wie auch bei Konkurrent Bauhaus rangieren Informationen über die Schlösser aber unter dem Betriebsgeheimnis. Genaue Angaben zum Anteil der Liebesschlösser am Geschäft macht auch Deutschlands Schlösser-Marktführer Abus nicht. Beim Konkurrenten Burg-Wächter, mit dem sich Abus den deutschen Markt der Vorhängeschlösser weitgehend teilt, spürt man aber einen Aufwärts-Trend: „Wir haben von diesen Schlössern bereits doppelt so viel wie vergangenes Jahr verkauft“, sagt Vertriebschef Detlef Schmale. Konkrete Zahlen für die speziellen „Love Locks“ nennt auch dieses Traditionsunternehmen nicht. Dafür aber das Statistische Bundesamt. Dem zufolge wurden 2009 in Deutschland 1,8 Millionen Vorhängeschlösser mit einem Wert von 13,3 Millionen Euro produziert. 2012 waren es gerade noch 1,5 Millionen Stück für 1,5 Millionen Euro. Liebesschlösser werden allerdings noch nicht gezählt.




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