Rathausumfeld neu gestalten

Senatorin Joanna Hagen, Karsten Schröder, Leiter der Stadtplanung, und Christian Stolte von der Stabsstelle Stadtentwicklung.gung in St. Gertrud.
Senatorin Joanna Hagen, Karsten Schröder, Leiter der Stadtplanung, und Christian Stolte von der Stabsstelle Stadtentwicklung.gung in St. Gertrud.

Stadt präsentiert Rahmenplan Innenstadt mit Mobilitätskonzept / Auch Beckergrube und Königstraße sollen umgebaut werden

shz.de von
13. März 2019, 16:06 Uhr

„Was erzähle ich einem Freund im Jahre 2030 über die Hansestadt Lübeck?“ Mit dieser Frage startete im März der umfangreiche Planungsprozess im März vergangenen Jahres zur Entwicklung der Innenstadt. Der Prozess findet mit der Präsentation des „Rahmenplan Innenstadt“ am Donnerstag, 21. März, um 18.30 Uhr in der Handwerkskammer seinen Abschluss.

Die Neugestaltung des Rathausumfelds gehört zu den wichtigsten Projekten, die der Rahmenplan vorsieht. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD): „Das Rathaus gehört mit der Marienkirche zum Herz der Stadt. Wir wollen die vorhandenen Mittel aus der Städtebauförderung einsetzen, um hier mit einer Umgestaltung des Marktes, Rathaushofes und den Schüsselbuden erste Zeichen zu setzen.“ Neben dem Rathausumfeld haben die Planer weitere große Projekte entwickelt, die in einem Zeitrahmen von bis zu 15 Jahren umgesetzt werden sollen. Dazu gehören unter anderem der Umbau der Beckergrube und der Königstraße. Credo: „Lebendige Altstadt – öffentlicher Raum für alle, mit Qualität!“ Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos): „Durch den jahrzehntelangen Fokus auf die Bedarfe des Autoverkehrs hat die Aufenthaltsqualität in den engen, nicht dafür vorgesehenen, Straßen der Altstadt sehr gelitten.“ Die derzeitige Entwicklung des Einzelhandels auf der grünen Wiese sei für den Standort Innenstadt eine enorme Herausforderung. Joanna Hagen: „Wenn wir hier alle Funktionen erhalten und stärken wollen, müssen wir aktiv werden.“

Im Rahmenplan wird daher der dringend notwendigen zeitgemäßen Umgestaltung von Straßen und Plätzen Priorität eingeräumt. „Dabei denken wir sowohl an die Bewohner als auch an die Kunden und Besucher. Von einer hohen Aufenthaltsqualität profitieren alle“, erläutert Stadtplanerin Dr. Julia Lindfeld, die den Rahmenplan bei der Hansestadt Lübeck betreut. „Das bedeutet, dem schwächsten Verkehrsteilnehmer, also dem Fußgänger, bei der Planung Priorität einzuräumen und aus dessen Perspektive heraus zu handeln – wie zur Entstehung der Stadt im Mittelalter.“

Das neue Mobilitätskonzept, das gleichzeitig mit dem Rahmenplan entwickelt wurde, setzt hier an. Ein wesentliches Ziel sei, den Verkehr, der nur durch die Altstadt fährt und diesen Weg als Abkürzung nutzt, konsequent aus der Altstadt herauszuhalten. „Weniger Autos in der Innenstadt verbessern gleichzeitig die zielgerichtete Erreichbarkeit für Anlieger, Besucher und Kunden“, so die Kernaussage des Mobilitätskonzeptes.

Insbesondere in der Königstraße bestehe die Chance, das Ambiente zu nutzen. Ziel: Die Einkaufsstraße soll gestärkt und das Flair der mittelalterlichen Stadt als Kapital eingesetzt werden. Bürgermeister Jan Lindenau setzt sich für ein Leerstandmanagement ein und will durch Kooperationen von Einzelhändlern und Gewerbetreibenden den Standort Innenstadt stärken. Außerdem sollen Gestaltungsleitlinien entwickelt werden, die einen Rahmen bei der Neugestaltung von Straßen bieten.

„Wir haben nun mit dem Rahmenplan die Grundlage für die weitere Gestaltung der Innenstadt gelegt. Hierfür haben wir unter der Dachmarke „Lübeck über:Morgen“ einen breiten Beteiligungsprozess angestoßen, bei dem sich on- und offline viele Lübecker eingebracht haben“, so Bausenatorin Joanna Hagen.



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