Lübeck : Psychiatrisches Gutachten über Lübecker Messerangreifer geplant

Der Mann soll eine Waffe gezogen und Menschen angegriffen haben.
Der Mann soll eine Waffe gezogen und Menschen angegriffen haben.

Der Anwalt beteuert: Die Tat sei krankheitsbedingt geschehen. Der Mann müsse in einer Klinik behandelt werden.

shz.de von
03. August 2018, 12:24 Uhr

Lübeck | Zwei Wochen nach der blutigen Messerattacke in einem Lübecker Linienbus soll ein psychiatrischer Sachverständiger den mutmaßlichen Täter begutachten. „Sollte der 34-Jährige eine psychiatrische Erkrankung aufweisen, bekommt er eine entsprechende Behandlung in der Justizvollzugsanstalt“, sagte die Lübecker Oberstaatsanwältin Ulla Hingst am Freitag. Bislang gebe es keine Anzeichen, dass der Mann in der JVA falsch aufgehoben sei. Er habe sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Bei der blutigen Messerattacke in einem Linienbus in Lübeck am 20. Juli waren zehn Menschen verletzt worden. Der mutmaßliche Täter sitzt unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Er soll in dem Bus Feuer gelegt und anschließend wahllos mit einem Messer auf Fahrgäste eingestochen haben. Einen terroristischen Hintergrund der Tat schließen die Behörden aus.

Der Anwalt des mutmaßlichen Täters hat dem NDR Schleswig-Holstein von einem krankhaften Hintergrund des Mannes berichtet. „Für meinen Mandanten selbst sind die Tatvorwürfe unfassbar“, sagte Oliver Dedow dem Sender. „Er ist einsichtig in sein Krankheitsbild.“ Sein Mandant sei deshalb bereit, sich begutachten zu lassen. Seine Unterbringung in der JVA sei „fehlerhaft“. Die Tat sei „ganz klar krankheitsbedingt geschehen“. Eine Behandlung des Krankheitsbildes könne nur in einer Klinik erfolgen.

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