Priwall: Wald statt weiterer Bauten

Lübeck für Aufstellung eines Landschaftsschutzgebietes „Küstenwald“.

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16. Januar 2019, 11:45 Uhr

Die geplante Bebauung der Kohlenhof-Spitze am Passathafen auf dem Priwall und des Uferstreifens bis zur Fähre wird es wohl nicht mehr geben. Die Hansestadt Lübeck plant die Aufstellung eines Landschaftsschutzgebietes „Küstenwald“. Das wurde jetzt im Umweltausschuss der Lübecker Bürgerschaft bekannt.

Auf der Spitze der Hafenanlage sollte ein neues Hotel entstehen. An der Promenade zwischen Priwallhafen und Autofähre waren weitere Gebäude geplant. Das war bereits beim Verkauf der ersten Grundstücke rund um den Priwall-Hafen vereinbart. Das Projekt könnte jetzt gestoppt werden. Bereits im Januar hatte die Stadt einen Gutachter beauftragt, den noch bestehenden Wald zwischen Mecklenburger Landstraße und Ostsee auf dem Priwall zu untersuchen. Dabei ging es um „die Schutzwürdigkeit, den Schutzbedarf und den Umgriff der zu schützenden Flächen“.

„Das Gutachten ist fertig“, berichtet Birgit Hartmann, Bereichsleiterin Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz bei der Stadtverwaltung. Das Gebiet sei schutzwürdig. Aktuell werde das Gutachten redaktionell überarbeitet, dann gehe es an den Senat. In zwei bis drei Wochen soll es veröffentlicht werden. Dann werde das Verfahren für ein neues Landschaftsschutzgebiet eingeleitet.

Die Pläne werden zu einer heftigen politischen Kontroverse führen. Jochen Mauritz, Mitglied der CDU-Bürgerschaftsfraktion, weist bereits darauf hin, dass von der Entscheidung viel abhänge. Wolfgang Neskovic, Mitglied der Fraktion „Die Unabhängigen“ und ehemaliger Bundesrichter, hat bereits im Oktober die inzwischen über elf Jahre alten Verträge zwischen Stadt und Investor geprüft. Seiner Bewertung nach ist die Stadt nicht zu Schadenersatz verpflichtet, wenn der geplante weitere Bauabschnitt nicht realisiert werden kann.

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