Plan B: Stadt soll Airport übernehmen

 Bernd    Saxe.
Bernd Saxe.

Alternativen – wenn sich kein Investor für den Lübecher Flughafen findet

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25. Juni 2014, 16:50 Uhr

Bürgermeister Bernd Saxe hat für den insolventen Flughafen Blankensee einen Plan B vorgelegt: Falls sich kein neuer Investor finde, sei es am günstigsten, wenn die Hansestadt den Betrieb wieder übernehme. Nur regelmäßige kommerzielle Flüge sollen nicht mehr möglich sein. So das Einschätzung Lübecker Verwaltung.

Die Stadthat für ihren Notfallplan mehrere Varianten untersucht, falls der vorläufige Insolvenzverwalter keinen neuen Investor für den Flughafen findet. Ein neuer Investor wäre für die ohnehin finanzschwache Hansestadt die günstigste Lösung.

Bürgermeister Bernd Saxe hat für den 10. Juli eine Sondersitzung der Bürgerschaft angekündigt. Dort könnte dann ein Vertrag mit einem möglichen neuen Investor geschlossen werden. Das ist notwendig, weil der Stadt immer noch die Grundstücke und die Betriebsflächen gehören. Für den Fall, dass ein Investor auf den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau verzichtet, muss die Hansestadt Lübeck bis zu 4,7 Millionen Euro an Fördermitteln vom Land zurückzahlen.

Sollte sich aber kein Investor finden, kommt die in Lübeck weitgehend unbekannte FLG Service GmbH ins Spiel. Sie gehört zu 100 Prozent der Hansestadt und könnte den Flughafenbetrieb übernehmen. Der soll dann funktionieren wie bereist vor dem Jahr 2000 f– also ohne Linien-Flugverkehr. Damit bliebe Blankensee als „Ausbaureserve und Ausweichmöglichkeit“ für die Metropolregion erhalten. Das Personal könnte drastisch reduziert werden. Als Verlust wird von einer Million Euro pro Jahr ausgegangen. Ein Verkauf der Flächen nördlich der Blankenseer Straße könnte aber bereits einen Erlös von vier Millionen Euro erbringen. Außerdem stehen noch 5,5 Millionen Euro zur Verfügung, die dem aktuellen Flughafenbetreiber als Investitionszuschuss gezahlt werden sollten.

Eine komplette Schließung des Flughafens Blankensee würde der Stadt indes sehr teuer werden, hat die Verwaltung errechnet: Neben der Rückzahlung der Fördermittel, auch für Projekte wie den weiträumigen Zaun, kämen Rückbaukosten von bis 33,8 Millionen Euro auf Lübeck zu. Der Verkauf der Grundstücke würde rund 8,6 Millionen Euro erlösen.

Untersucht wurden auch die Varianten Verkehrslandeplatz und Sonderlandeplatz. Ein Verkehrslandeplatz würde nach den Berechnungen ebenfalls ein Minus von einer Million Euro pro Jahr produzieren, ein Sonderlandeplatz würde die Rückzahlungen der Fördermittel für den Flughafen Blankensee bedeuten und vor allem wäre die Chance, später wieder einen Verkehrsflugplatz einzurichten, nahe Null.

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