Parkhaus am Holstentor soll abgerissen werden – Betonkrebs

Das Parkhaus am Holstentor, erbaut 1992, ist ein Sanierungsfall. Die Stadt will den Abriss, hier könnten dann 120 Stellflächen entstehen.
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Das Parkhaus am Holstentor, erbaut 1992, ist ein Sanierungsfall. Die Stadt will den Abriss, hier könnten dann 120 Stellflächen entstehen.

Lübecker Stadtverwaltung hält Sanierung für nicht sinnvoll wegen zu geringer Auslastung

shz.de von
09. August 2019, 13:14 Uhr

Lübeck | Der nächste Schlag für die Lübecker Bauverwaltung: Das 1992 gebaute „Parkhaus am Holstentor“ ist baufällig. Diagnose: Betonkrebs. Das erst 27 Jahre alte markante Bauwerk an der Possehlstraße soll offenbar abgerissen werden.

Für eine Sanierung oder einen Neubau sieht die Stadtverwaltung indes keinen Bedarf. Die Auslastung des Parkhauses sei zu gering, heißt es zur Begründung. Die Stadt beruft sich dabei auf die Daten aus dem Parkleitsystem. Demnach sei das Parkhaus am Holstentor mit seinen 525 Stellplätzen im Schnitt nur zu 30 Prozent ausgelastet. Nur an 27 Tagen im Jahr sei es voll belegt. Die Stadtverwaltung macht folgende Rechnung auf: Sanierung würde 4,31 Millionen Euro kosten und nur fünf bis acht Jahre halten. Außerdem gebe es in der Umgebung ausreichend Parkflächen. Der Parkplatz neben der Musik- und Kongresshalle sei im Schnitt nur zu 52 Prozent ausgelastet, die Stellflächen gegenüber der Muk sogar nur zu 21 Prozent. „Lediglich zu wenigen Spitzenzeiten sind Vollauslastungen gegeben“, so die Auswertung der Stadtverwaltung.

Die Konsequenz: Das „Parkhaus am Holstentor“ soll abgerissen werden, auf der Dreiecksfläche zwischen Possehlstraße und Wallstraße und Holstentorhalle könnte ein Parkplatz mit 120 Stellflächen entstehen. Die Kosten für den Abriss und die Herstellung der Fläche werden mit gut einer Million Euro veranschlagt. Damit gebe es laut Stadtverwaltung auch die Flexibilität für spätere Nutzungen, zum Beispiel den Bau einer Multifunktionshalle. Sollte sich später doch Bedarf nach weiteren Stellplätzen zeigen, schlägt die Bauverwaltung ein preiswertes Parkhaus für 5,75 Millionen Euro mit 395 Parkplätzen vor.

Das „Parkhaus am Holstentor“ ist neben der Vielzahl maroder Brücken nicht der einzige Problemfall. Der Zustand der anderen städtischen Parkhäuser erfordert ebenfalls Baumaßnahmen. Das Parkhaus „Am Burgtor“, Baujahr 1977, hat noch eine Lebensdauer von fünf bis 20 Jahren. Das Parkhaus Falkenstraße, Baujahr 1996, wird im Jahr 2020 für 3,6 Millionen Euro saniert.

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