Neustart in Blankensee : Neuer Lübecker Flughafenchef hofft auf „schwarze Null“

Der neue Chef des Flughafens Lübeck-Blankensee, Markus Matthießen.
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Der neue Chef des Flughafens Lübeck-Blankensee, Markus Matthießen.

Die Vergangenheit in Lübeck-Blankensee war oft chaotisch, in die Zukunft sieht Markus Matthießen nach der Insolvenz verhalten optimistisch.

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11. Juli 2014, 16:53 Uhr

Lübeck | Die Erwartungen an ihn sind hoch – das gibt der neue Lübecker Airport-Chef unumwunden zu. Markus Matthießen – ehemaliger Filialleiter einer Bank und zurzeit Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Stadtvertretung Lauenburg/Elbe – hat sich am heutigen Freitag als neuer Geschäftsführer des Lübecker Flughafens der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wenige Stunden zuvor hatte die Bürgerschaft der Hansestadt  der Übernahme des insolventen Regional-Airports durch die chinesische Pu-Ren Germany zugestimmt. Der vom Elmshorner  Insolvenzverwalter Klaus  Pannen gefundene neue Investor – jetzt der vierte Eigentümer in neun Jahren – schien die Politiker überzeugt zu haben.

„Einen Hochglanzprospekt mit hehren Zielen gibt es noch nicht“, scherzte Matthießen angesichts der kurzfristigen Verhandlungen in der Insolvenzzeit des Airports. Dennoch schmiedet man  große Pläne: Ziel sei es, eine „schwarze Null“ zu erwirtschaften. Dazu solle langfristig  eine Million Passagiere pro Jahr angepeilt werden. „Das Potenzial ist da“, sagte Matthießen. Ein unterschriebener Vertrag mit einer Airline liege bereits vor, sagte der neue Flughafen-Chef. Und man sei in Gesprächen mit zehn weiteren Fluggesellschaften. Namen nannte er nicht.

Einen Zeitplan dafür mochte Matthießen auch nicht nennen – ebenso schwieg er zum Kaufpreis, den Pu-Ren zahlte. Die Mitarbeiter des Flughafens können derweil aufatmen: Sie sollen weiterhin am Airport angestellt bleiben. Kündigungen schloss Matthießen jedoch nach Ablauf eines Jahres nicht aus – je nachdem, wie sich der Flughafen entwickelt.

Mittelfristig setzen die neuen Eigentümer auf Medizintouristen aus dem Ausland, die sich wegen des guten Rufs deutscher Kliniken und deutscher Medizintechnik hier behandeln lassen wollen. Die Idee: Eine innerdeutsche Verbindung zu einem deutsch-chinesischen Luftdrehkreuz wie zum Beispiel München, mit der Patienten nach Lübeck kommen könnten. „Wenn in jeder Maschine vier, fünf oder sechs zusätzliche Passagiere sitzen, kann das darüber entscheiden, ob eine Strecke wirtschaftlich ist oder nicht“, sagte Matthießen.

(mit dpa)

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