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Lübeck

23. November 2017 | 13:53 Uhr

Neuer Eigentümer für den Airport

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Was geschieht mit dem Flughafen Lübeck? Ägyptischer Investor Rady Amar hat seine Anteile verkauft / Stadt zeigt sich überrascht

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 13:28 Uhr

Um den Lübecker Flughafen Blankensee gibt es neuen Wirbel. Der ägyptische Investor Mohamad Rady Amar steigt aus. Er hat seine Anteile an der 3-Y-Logistic und Projektbetreuung GmbH verkauft. Das ist die Muttergesellschaft der Yasmina Flughafenmanagement GmbH, die den Flughafen Lübeck-Blankensee seit dem 1. Januar 2013 betreibt. Nach Angaben des Amtsgerichts Lübeck hat die 3-Y-Logistic und Projektbetreuung GmbH mittlerweile einen Antrag auf eine Änderung in der Geschäftsführung gestellt. Danach sei Rady Amar mit Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 31. März abberufen und der Berliner Geschäftsmann Adam Wagner zum neuen Geschäftsführer bestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin. Amar hatte erst Ende März die Leitung des Flughafens übernommen, nachdem der bisherige Geschäftsführer Siegmar Weegen sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte.

Der Betriebsratschef des Airports äußerte sich besorgt: Das seien sehr beunruhigende Nachrichten für die 100 Beschäftigten, sagte er dem NDR. Verstärkt wird diese Besorgnis offenbar auch durch ein Rundschreiben Rady Amars an die Mitarbeiter. Gesellschaft und Airport befänden sich in „schwerem Fahrwasser“, heißt es darin. Außerdem hatten die Beschäftigten ihre Märzgehälter mit elf Tagen Verspätung erhalten. Die Stadt Lübeck reagierte erstaunt. „Wir wurden von der Entwicklung auch überrascht und warten jetzt auf weitergehende Informationen“, sagte der Stadtsprecher Marc Langentepe. Lübecks Politik zeigte sich hingegen entsetzt. „Die vollmundigen Versprechungen über Millioneninvestitionen und neue Fluglinien: alles gelogen“, sagte gestern Thorsten Fürter. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende will für den 22. April eine Sondersitzung des Hauptausschusses beantragen, um mögliche finanzielle Auswirkungen für die Hansestadt zu klären. Antje Jansen, Fraktionsvorsitzende der Linken, schloss sich dem gestern an. Andreas Zander, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion, warte wiederum „auf Fakten“ und bezeichnete die Entwicklung als „besorgniserregend“. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Jan Lindenau, betonte gestern: „Entscheidend wird sein, welche Strategie die neuen Gesellschafter verfolgen. Da es hier aktuell keine tatsächlichen Fakten oder Erklärungen der neuen Gesellschafter gibt, kann derzeit nur spekuliert werden.“ Flughafen-Befürworter Nicky Gernhardt vom Verein „Pro Airport Lübeck“ zeigte sich jedoch „schockiert über die mangelhafte Kommunikation der Flughafengeschäftsführung“.

Ende 2012 hatte die Bürgerschaft den Verkauf des Flughafens an Rady Amar für den symbolischen Preis von einem Euro beschlossen. Amar hatte angekündigt, am Flughafen bis zu 20 Millionen Euro zu investieren. Welche Auswirkungen die Entwicklung auf die am 23. April beginnende Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht in Schleswig zum Flughafenausbau hat, ist ungewiss. Die Richter müssen bewerten, ob der Eigentümer genug Geld hat, um den Ausbau zu bezahlen. Und abzuwarten bleibt, was der neue Eigentümer mit 3-Y macht – und was 3-Y mit der Yasmina GmbH macht.

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