Neue Untertrave wird noch teurer

Vor elf Monaten wurde mit dem Umbau an der Drehbrücke/Untertrave begonnen. Ex-Bausenator Boden (links), ex-Bürgermeister Saxe und die heute amtierende Bausenatorin Joanna Glogau nahmen symbolisch das Kopfsteinpflaster auf.
Vor elf Monaten wurde mit dem Umbau an der Drehbrücke/Untertrave begonnen. Ex-Bausenator Boden (links), ex-Bürgermeister Saxe und die heute amtierende Bausenatorin Joanna Glogau nahmen symbolisch das Kopfsteinpflaster auf.

Der Bund wird sich in Lübeck an den Mehrkosten von einer Million Euro nicht beteiligen

shz.de von
12. Juli 2018, 15:44 Uhr

Am 2. August vergangenen Jahres wurde mit dem Umbau Altstadtrandstraße „An der Untertrave“ und dem Drehbrückenplatz begonnen. Inzwischen ist klar erkennbar: Der Umbau wird für Lübeck rund eine Million Euro teurer als erwartet ausfallen (wir berichteten). Und der Betrag dürfte noch steigen. Zur Freude der Baufirmen muss die Hansestadt jetzt seine Kalkulation offen legen.

Der Umbau beziehungsweise die anfallenden Kosten beschäftigte jetzt auch den Hauptausschuss der Bürgerschaft. Der machte Schluss mit der Geheimhaltung. Die Kostenschätzungen der Stadtverwaltung müssen veröffentlicht werden. Die Baufirmen wird es freuen. Sie wissen bei weiteren Ausschreibungen, wo die preisliche Schmerzgrenze für die Stadt liegt und können entsprechende Angebote einreichen.

Lübeck Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) hatte vor diesem Schritt gewarnt. Bisher wurden nur die Gesamtsummen veröffentlicht. Baufirmen wussten zwar, dass der Umbau des Drehbrückenplatzes (ohne die Straße „An der Untertrave“) mit 5,38 Millionen Euro kalkuliert ist, Zahlen für einzelne Arbeitsschritte blieben aber unetr Verschluss. Jetzt können Baufirmen die Zahlen für jeden Auftrag genau nachlesen: Veröffentlicht werden die veranschlagten Kosten für jeden Bauabschnitt und welche Summe, die Stadt bereit ist, dafür tatsächlich auch auszugeben. „Bauunternehmen werden also bis an unsere Höchstgrenze gehen“, ist Bürgermeister Lindenau wenig erfreut. Die so entstehenden Kosten gehen zu Lasten der Allgemeinheit.

Es gibt noch weitere schlechte Nachrichten: Der Bund hat seine Förderung auf 3,4 Millionen Euro begrenzt und wird sich an den Mehrkosten von einer Million Euro nicht beteiligen, teilt die Lübeckre Bauverwaltung mit. Die Hansestadt muss alle Mehrkosten zu 100 Prozent tragen.

Einsparpotenziale sind dagegen kaum noch vorhanden. So soll der Beton jetzt nicht mehr eingefärbt werden. Ein Verzicht auf die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer kommt für die Politik jedoch nicht in Frage. „Wir könnten die Betonfläche kleiner machen“, schlug Ragnar Lüttke (Die Linke) im Ausschuss vor. Gegenargument: Umplanungen würden zusätzliche Kosten verursachen.

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