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Hansemuseum Lübeck : Neue Ausstellung zeigt „Social Media des Mittelalters“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Hansemuseum Lübeck will sich zwei Jahre nach der Eröffnung breiter aufstellen. Eine neue Ausstellung soll jüngeres Publikum anlocken.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2017 | 10:26 Uhr

Das Europäische Hansemuseum wird in diesem Mai zwei Jahre alt. Die Besucherzahlen sind zufriedenstellend stabil, das fast 12.000 Quadratmeter große Museumsareal ist von Bürgern und Kulturschaffenden als Spielfläche entdeckt, eine erste Sonderausstellung erfolgreich gelaufen. Im Jahr Drei will Direktorin Felicia Sternfeld nun neue Wege beschreiten: Mit einem 1. Kultursommer zeigt sich das Hansemuseum als Motor des Quartiers.

„Zeitgenössische Museumsarbeit findet nach meinem Verständnis nicht nur drinnen in den geschlossenen Räumen der Ausstellung statt, sondern bedeutet sich zu öffnen, lebendig zu sein und mit dem eigenen Programm auf der Straße und im Stadtraum präsent zu sein“, sagt die Direktorin.

Befeuert von der Atmosphäre beim Hanse-Kulturfestival im Vorjahr ziehen sie und der Chef der Museums-Gastronomie Robert Hager mit dem 1. Hansemuseum Kultursommer nach draußen in den Innenhof, wo vereinzelt schon im vergangenen Sommer die Musik gespielt hat – „mit Sonnenuntergang im Hintergrund“, wie Hager anmerkt, wohl wissend, dass der ehemalige Gefängnishof und die benachbarte Dachterrasse die schönsten Ausblicke der Stadt zu bieten haben. In diesem Sommer soll das vom 3. Juni bis zum 16. Juli konsequent genutzt werden. „Eintritt frei. Live. Draußen“, bewirbt das Plakat die Wochenendkonzerte deutschsprachiger Liedermacher, die familienfreundlich sonnabends und sonntags um 17 oder 19 Uhr über die kleine Bühne gehen. „Handgemachte Musik ohne Schlagzeug“, sagt Hager. Mit den Anwohnern möchte er es sich nicht verderben und auch nicht mit der städtischen Kulturlandschaft. Deshalb habe er bei der Suche nach Ergänzendem sehr genau hingeschaut. Museumsareal als Lebensraum, lautet der Plan. „Die Belebung mit Open-Air-Formaten wie dem Hansemuseum Kultursommer ist eine herzliche Einladung an alle Anrainer, Lübecker und Gäste, noch mehr Hansemuseum zu erleben“, sagt Felicia Sternfeld.

Drinnen im Hansemuseum ist 2017 Solidität eingezogen. Zwar folgte der sehr guten Bilanz von 145.493 Besuchern von 2015 mit 113.000 Besuchern im Jahr 2016 lediglich eine gute, doch deuten alle Zeichen darauf hin, dass diese sich 2017 fortsetzt. „Wir sind auf einem guten Weg und haben ähnliche Besucherzahlen wie im Vergleichsjahr 2016“, heißt es im Haus. Man rechnet wie gehabt mit Gästen aus Schleswig-Holstein, aber auch internationalen Besucherinnen und Besuchern aus Ländern wie Schweden, Dänemark und Russland.

Dass sich Sonderausstellungen auch im Haus der weltweit opulentesten Hanse-Geschichtsbearbeitung lohnen, folgern die Experten aus der Resonanz auf die erste Sonderausstellung „Silberglanz und Silbergier – Der Silberschatz aus Bergen“: Deutlich mehr als 5000 Besucher wurden gezählt. Von denen wiederum kamen rund ein Drittel allein wegen der Sonderausstellung. „Daraus können wir schließen, dass diese Gäste das Museum schon kannten.“ Durfte man beim Silberschatz aus Bergen vorzugsweise mit gesetzterem Publikum rechnen, zielen Titel und Inhalt der kommenden Sonderschau – „Pin it! Social Media des Mittelalters #PIEHM“ – auf jüngeres Volk. Um mittelalterliche Tragezeichen geht es vom 19. Mai an und um mögliche Parallelen zu neuzeitlichen Emojis. Und draußen spielt bald nach der Eröffnung die Musik dazu.


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