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Neu: Inklusion Bestandteil der Musiklehrerausbildung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Musikhochschule Lübeck ist bundesweit Vorreiter mit den Studiengängen „Musik  vermitteln“

In vielen Schulen ist Inklusion bereits Normalität. Doch in der Lehrerausbildung gibt es noch keine einheitlichen Regeln. Als bundesweit erste Musikhochschule macht die Hochschule in Lübeck Inklusion zum Teil der gesamten Lehrerausbildung.

In allen Modulen des Studiums werden künftig die Heterogenität der Schüler thematisiert, sagte der Beauftragte für die Studiengänge „Musik  vermitteln“ der Hochschule, Hans Bäßler. Ziel sei es, die künftigen Musiklehrer für Probleme behinderter Schüler zu sensibilisieren und ihnen Lösungsmöglichkeiten zu zeigen, sagte er. Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) meinte, dieser Paradigmenwechsel in der Lehrerausbildung sei ein großer Fortschritt.  „Gerade die Musik hat im Leben jedes Menschen einen hohen Stellenwert. Deshalb liegt es nahe, sie als Gemeinsamkeit zu nutzen, um Menschen miteinander zu verbinden“, sagte der Präsident der Hochschule, Rico Gubler.

Auch der Studienleiter am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH), Knut Dembowski, sagte: „Alle Kinder haben ein Bedürfnis nach Musik. Aufgabe des Lehrers ist es, die Stärken des Einzelnen herauszufinden und zu fördern.“ Jedes Kind habe ein Recht auf gemeinsame und bestmögliche musikalische Teilhabe, sagte er.

Bei der Inklusion geht es nicht nur um Schüler mit geistigen, körperlichen oder motorischen Einschränkungen. „Sie schließt auch Hochbegabte ein. Ziel des Musikunterricht für alle ist es, auf die individuellen Fähigkeiten jedes Einzelnen einzugehen, um ein gemeinsames Klangerlebnis zu erreichen“, sagte der Sonderpädagoge Björn Tischer, der die Hochschule bei der Entwicklung ihres Inklusionskonzeptes beraten hat. Das Land fördert das Projekt mit rund 90 000 Euro.

Im Studium werden den angehenden Musiklehrern, aber auch ihren Dozenten Grundkenntnisse über Behinderungsarten, Förderkonzepten und didaktischen Methoden vermittelt. Bis zum Sonnabend findet an der Hochschule ein „Frühjahrscampus Inklusion“ statt, an dem auch im Berufsleben stehende Lehrer teilnehmen. „Die Inklusionsfrage ist die momentan größte Herausforderung für die Schulen und damit für die praxisorientierte Musiklehrerausbildung“, sagte Bäßler.

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