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Lübeck

24. Oktober 2017 | 09:44 Uhr

Neu – die Lübecker Laienkanzel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Mut-Macht-Mensch“: Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens predigen über Gott und die Welt / Albig eröffnet Gottesdienstreihe

Eine neue Gottesdienstreihe wandert durch die Kirchen der Hansestadt: Vom 11. Dezember bis zum Oktober 2017 ist aus Anlass des Reformationsjubiläums die „Lübecker Laienkanzel“ zu erleben. In Sonntagsgottesdiensten hält jemand die Predigt, dessen Hauptberuf nicht die Theologie ist. Unter den Stichworten „Mut-Macht-Mensch“ werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens bedenken, was der Glaube und die Reformation für sie bedeuten. Den Anfang macht Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig am 11. Dezember auf der Kanzel in St. Marien. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr, die Liturgie hält Pröpstin Petra Kallies.

Dass Christen – sowohl Laien als auch Ordinierte – sich öffentlich zu Wort melden und zu Fragen der Zeit Stellung nehmen, ist in der evangelischen Kirche ausdrücklich gewünscht. „Es bereichert und macht deutlich, dass der Glaube vielstimmig ist. Martin Luther begründete dieses Recht mit dem Priestertum aller Getauften und der Verantwortung eines Christenmenschen für die Sache Jesu“, erläutert Pröpstin Petra Kallies. Zum 500. Geburtstag der Reformation soll dieses Recht und diese Pflicht unserer heutigen Zeit sichtbaren Ausdruck finden.

Am 18. Dezember findet der Laienkanzel-Gottesdienst ab 10.30 Uhr in der St.-Matthäi-Kirche (Schwartauer Allee) statt. Es wird eine Gesprächsrunde zu dem Thema „Gehört werden in digitalen Zeiten!“ geben. An der Runde nehmen Thomas Waldner, Dariush Ghobad, Dr. Mechthild Mäsker und Pröpstin Petra Kallies teil. Pastor Johannes Ströh leitet den Gottesdienst.

„Die evangelische Kirche lebt vom Dialog und der Vielstimmigkeit. Dazu trägt die Laienkanzel bei. Es ist ein starkes Zeugnis, wenn Menschen, die in öffentlicher Verantwortung stehen, bereit sind, darüber zu sprechen, was sie in ihrem Handeln leitet und wo der christliche Glaube ihnen Orientierung geben kann“, so Petra Kallies. Die Laienkanzel sei ein sichtbares Zeichen einer öffentlichen Wertedebatte im Kirchenkreis. Das Format solle Mut machen, über den Glauben zu sprechen. Pröpstin Kallies: „Denn Christ sein gehört nicht nur in den privaten Kontext. Zeigen was man liebt und öffentliches Eintreten für christliche Werte wie Frieden, Gerechtigkeit, Nächstenliebe oder Bewahrung der Schöpfung ist nötig für eine offene und tolerante Gesellschaft“, so die Pröpstin: „Wie Luther einst sagte: ‚Dem Volk aufs Maul schauen‘. Was treibt die Menschen heute um? Welche Rolle spielt die Kirche in der Welt?“. Es sei bewusst gewollt, dass auch Nichtchristen zu Wort kommen.

Christian Schwandt, geschäftsführender Direktor des Theater Lübeck, wird im Sommer auf der Kanzel von St. Jakobi stehen. Sein Lieblingszitat von Martin Luther lautet: „Wie man nicht wehren kann, dass einem die Vögel über den Kopf herfliegen, aber wohl, dass sie auf dem Kopfe nisten, so kann man auch bösen Gedanken nicht wehren, aber wohl, dass sie in uns einwurzeln“. In seiner Predigt will Schwandt Bezug nehmen zum Thema „Mut macht Mensch“: „Dieses Motto hat mich überzeugt, einmal ein Laienprediger zu sein. Ich werde mich der Frage stellen, was es bedeutet, den evangelisch-lutherischen Glauben in der Politik zu finden“.

St. Jakobi-Pastor Lutz Jedeck kann viermal Laienprediger in seiner Kirche begrüßen und findet diese andere Form des Gottesdienstes sehr spannend: „Ich bin neugierig auf die verschiedenen Perspektiven“. Er begrüße die Idee, Personen des öffentlichen Lebens zu Wort kommen zu lassen, „damit sie sagen können, was ihnen auf dem Herzen liegt“.

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