Naturbäder in Lübeck als nette Toilette

In der Hansestadt gibt es nur wenige öffentliche WC-Anlagen

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10. Mai 2019, 15:25 Uhr

Lübeck | Öffentliche Toiletten sind in der Hansestadt Mangelware. Lange wurde über ein öffentliches WC im Drägerpark diskutiert, jetzt gibt es eine Entscheidung: Das Freibad stellt zu den Öffnungszeiten seine Klos auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Freibad auf der anderen Seite der Wakenitz – die denkmalgeschützte Badeanstalt Falkenwiese – schließt sich dieser Regelung an.

Im Jahr 2010 haben die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) das Konzept „Nette Toilette“ in der Hansestadt eingeführt. Es sieht vor, dass gewerbliche Einrichtungen ihre Toiletten der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung stellen. Jetzt wollen die Naturbäder Marli und Falkenwiese während des Saisonbetriebes als „Nette Toilette“ zur Verfügung stehen. Bereits in der Vergangenheit konnten die Spaziergänger auf Nachfrage die Toiletten benutzen.

„Die Entsorgungsbetriebe schließen mit den jeweiligen Einrichtungen Verträge ab und diese erhalten je nach Ausstattung einen monatlichen Betrag“, berichtet Cornelia Tews, Sprecherin der Entsorgungsbetriebe. „Die Kennzeichnung erfolgt durch einen speziellen Aufkleber.“

Zusätzlich gibt es einen Flyer, auf denen die öffentlichen Toiletten und die „Netten Toiletten“ eingezeichnet sind. Der Flyer ist zweisprachig deutsch und englisch und an allen wichtigen Anlaufstellen für Bürger und Touristen ausgelegt.

Das Konzept der öffentlichen Toilette wird mittlerweile in über 200 Städten deutschlandweit erfolgreich praktiziert. Das Konzept entstand im Jahr 2000 in Aalen. In Schleswig–Holstein war die Hansestadt Lübeck die erste Kommune, die die Idee aufgriff.

Ob der Politik die Regelung ausreicht, muss sich noch zeigen. Aus den Bürgerschaftsfraktionen kam mehrfach die Forderung, dass im Drägerpark auf Marli - wo es den schönsten Blick auf die sieben Türme der Hansestadt gibt – eine öffentliche Toilette entstehen soll, die auch außerhalb der Öffnungszeiten des Freibades erreichbar ist.

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