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Kellenhusen : Mutter im Wahn erstochen: 31-Jähriger kommt dauerhaft in die Psychiatrie

vom

Im Juli 2016 tötete er seine Mutter. Ein Raketenangriff in Syrien hatte den Mann nachhaltig verändert.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 12:55 Uhr

Lübeck/Kellenhusen | Ein 31-Jähriger, der im Juli 2016 im Wahn seine Mutter getötet hat, muss nach der tödlichen Messerattacke dauerhaft in die Psychiatrie. Das Landgericht Lübeck verurteilte ihn am Mittwoch wegen Totschlags, begangen im Zustand der Schuldunfähigkeit, zur Unterbringung in einer Klinik.

Der Mann hatte gestanden, seine Mutter im Juli 2016 in der Wohnung der Familie in Kellenhusen im Kreis Ostholstein mit einem Küchenmesser erstochen zu haben. Sie habe ihm sein Herz gestohlen und es nicht zurückgeben wollen, sagte er zur Begründung. Der Mann befindet sich seit der Tat in der Psychiatrie.

Das Gericht stütze sich bei seiner Entscheidung auf das Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen. Der hatte ausgesagt, dass der 31-Jährige an einer paranoiden Schizophrenie leide und deshalb eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle.

Nach der Tat hatte sich der Mann auf dem Dach des Hauses verschanzt, in dem er und seine aus Syrien geflüchteten Eltern lebten. Erst nach Stunden gelang es zwei als Feuerwehrleute getarnten Polizisten, ihn mit einer Drehleiter von Dach herunterzuholen. 

Sein Sohn sei ein intelligenter junger Mann gewesen, sagte sein Vater vor Gericht. Doch nach einem Raketenangriff in Syrien im November 2011, bei dem sechs Freunde und auch seine Verlobte starben, habe er sich verändert, sagte der Vater. Er habe starke Stimmungsschwankungen gehabt und sei zunehmend aggressiv geworden, sagte der 66-Jährige.

Seine Tochter sagte aus, seither habe er mit Frauen nicht mehr umgehen können. „Er hat meine Mutter, meine jüngeren Schwestern und auch mich geschlagen“.

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