Museumsberg Flensburg als Positivbeispiel : Museumsverband: In kleinen Schritten zur Inklusion in Museen

<p>Ein Tastmodell für Sehbehinderte auf der Berliner Museumsinsel. Auch in Schleswig-Holsteins Museen tut sich etwas in Sachen Inklusion.</p>

Ein Tastmodell für Sehbehinderte auf der Berliner Museumsinsel. Auch in Schleswig-Holsteins Museen tut sich etwas in Sachen Inklusion.

Kunst für alle – für Menschen mit Behinderungen ist das oft noch ein Wunschtraum. Aber es gibt Fortschritte, so der Museumsverband.

shz.de von
15. Juli 2018, 12:27 Uhr

Lübeck | In Schleswig-Holsteins Museen bewegt sich was in Sachen Inklusion. „Seit dem vergangen Jahr hat sich einiges getan. Viele Museen haben Ideen zur Barrierefreiheit entwickelt und umgesetzt“, sagte Dagmar Rösner, Leiterin des Projekts Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein. Als Beispiele nannte sie den Museumsberg Flensburg, der spezielle Führungen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, Sehbehinderungen und Demenz anbietet. Im August startet eine Seminarreihe „Das inklusive Museum“, die Museumsmitarbeiter für die Bedürfnisse behinderter Besucher sensibilisieren soll.

In diesen Seminaren geht es um Themen wie barrierefreies Bauen, die Gestaltung einer leicht zu bedienenden Museums-Homepage, Texte in „Leichter Sprache“ und spezielle museumspädagogische Angebote. „Dabei arbeiten wir auch mit behinderten Lehrkräften des Instituts für inklusive Bildung der Uni Kiel und mit Behindertenverbänden zusammen“, sagte Rösner. Ziel sei es, Betroffene selbst zu Wort kommen zu lassen.

„Es geht auch um den Servicegedanken“

In einer im Juli 2017 vorgestellten Studie der Kulturgenossenschaft Digicult-Verbund waren die Verfasser zu dem Ergebnis gekommen, dass die Museen zwar die Wichtigkeit von Barrierefreiheit und Inklusion erkannt hätten, es bei der Umsetzung aber noch hapere. „Viele Museen geben sich Mühe mit der Inklusion“, sagte Moritz Magnussen, Mitarbeiter des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen. Bislang gebe es aber nur kleinere Verbesserungen. „Bauliche Veränderungen lassen sich eben nicht von heute auf morgen umsetzen. Aber es geht ja nicht nur um Rollstuhlrampen, sondern um den Servicegedanken“, sagte er.

Das Kostenargument lassen weder Magnussen noch Rösner als Entschuldigung gelten. „Man kann auch mit wenig Geld was erreichen und wenn es nur ein Hinweis auf der Internetseite ist, der erklärt, dass man leider noch nicht barrierefrei ist“, sagte Rösner.

Als nächstes plant die Museumsberatung – ein Gemeinschaftsprojekt des Museumsverbandes, des Landesverbands der Volkshochschulen und das Nordkollegs Rendsburg – eine Kampagne „Museen als Sinnesanregung für Menschen mit Demenz“. „Damit können auch kleinere Museen einen wichtigen Beitrag für die älter werdenden Gesellschaft leisten.“

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