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Lübeck

21. August 2017 | 21:48 Uhr

MuK: Jetzt fehlen alte Akten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Stadt Lübeck will am Freitag den Kostenumfang einer kompletten Sanierung der Musik- und Kongresshalle vorstellen

Eigentlich wollte die Stadtverwaltung prüfen, ob für den gesperrten Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle (MuK) und die mindestens 6,1 Millionen Euro für die Sanierung der Bauträger in Regress genommen werden kann. Daraus wird wohl nichts: Nach Angaben des städtischen Rechtsamtes sind wichtige Akten aus der Bauphase nicht mehr auffindbar. Seit der Eröffnung der MuK vor 21 Jahren habe im Konzertsaal der MuK für die Anwesenden Lebensgefahr geherrscht, das hat eine Bestandsaufnahme ergeben. Dort wurden Zwischendecken eingebaut, um die Akustik zu verbessern. Die Verankerungen sind für 25 Kilogramm pro Quadratmeter zugelassen, halten können sie bis zu 60 Kilogramm, so das Ergebnis einer Materialprüfung durch das Land. In Lübeck mussten sie aber 21 Jahre lang Gewichte von bis zu 75 Kilogramm pro Quadratmeter aushalten.

Die Verantwortlichen der Stadt hatten das Gebäude damals abgenommen, eingedenk des unsichtbaren Baufehlers. „Bei einer Bauabnahme kann man nicht das ganze Gebäude wieder auseinander nehmen“, erläutert Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). In der Regel werde deshalb „schriftlich bestätigt, dass die Vorgaben eingehalten worden sind“.

Ob das auch im Fall der Bauabnahme der MuK so war, ist nicht klar. Das städtische Rechtsamt hat die vorliegenden Akten unter die Lupe genommen und festgestellt, dass sie unvollständig sind. Wären sie komplett, würde das aber auch nicht viel nützen: Die Ansprüche seien nämlich inzwischen verjährt. Das vollständige Gutachten des Amtes soll Ende der Woche vorliegen.

Im Hauptausschuss der Lübecker Bürgerschaft zeigt man sich verwundert. SPD-Fraktionsvize Peter Reinhardt wirft dem Bürgermeister vor, die Sache nicht ernsthaft genug zu verfolgen. Saxe weist den Vorwurf entschieden zurück: Das städtische Rechtsamt arbeite genau. Wenn es gewünscht werde, könne die Politik ein externes Gutachten anfordern.

Am Freitag soll die erste Schätzung vorliegen und der Öffentlichkeit präsentiert werden, wie kostspielig eine komplette Sanierung der Musik- und Kongresshalle kosten würden, denn neben der zwingend erforderlichen Erneuerung der Konzertsaaldecke sind weitere Schäden im Hause nach mehr als zwanzig Jahren der Nutzung offen zu Tag getreten (wir berichteten). Bürgermeister Saxe ist nach eigenen Angaben bereits mit dem Land über eine Beteiligung an den Kosten im Gespräch.

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