Prozess in Lübeck : Mord an Nachtportier: Verteidiger fordert erneut Freispruch

Auf einem Feldweg in Havighorst hatte eine Spaziergängerin den Toten am 5. März 2014 gefunden.
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Auf diesem Feldweg in Havighorst hat eine Spaziergängerin den Toten am 5. März gefunden.

Vor zwei Wochen entzog der Angeklagte seinem Verteidiger das Mandat. Am Montag setzte der Anwalt sein Plädoyer fort. Das Urteil soll am 14. Juli verkündet werden.

shz.de von
06. Juli 2015, 18:00 Uhr

Lübeck | Nach der Entlassung des Wahlverteidigers durch den Angeklagten hat die Verteidigung im Lübecker Prozess um den Mord an einem Nachtportier ihr Plädoyer fortgesetzt. Wie schon im ersten Teil des Schlussvortrags forderte der Anwalt auch am Montag, seinen Mandanten vom Vorwurf des Mordes freizusprechen. Es gebe keine Beweise für dessen Täterschaft, sagte er.

Vor knapp zwei Wochen hatte der Angeklagte, der sich seit November vor dem Lübecker Landgericht verantworten muss, seinem Wahlverteidiger ohne Angaben von Gründen das Mandat entzogen.

Dem 47 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, im März 2014 seinen ehemaligen Schwager auf einem einsamen Feldweg in Oststeinbek im Kreis Stormarn mit vier gezielten Schüssen getötet zu haben. Der Mann bestreitet die Tat.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage halten den 47-Jährigen für schuldig. Sie haben gefordert, ihn zu lebenslanger Haft zu verurteilen. Der Verteidiger kritisierte am Montag, dass deren Forderungen sich auf zwei augenscheinlich unglaubwürdige Zeugen stützten. Die entlastenden Aussagen von drei Zeuginnen ignorierten sie dagegen, sagte er.  

Das Urteil soll am 14. Juli verkündet werden.

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