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Mittelalterliche Altäre und Synagoge Wand an Wand

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Kunsthalle St. Annen zeigt von Sonntag, 7. Februar, an die Ausstellung „Nachbarn“ des amerikanischen Konzeptkünstlers Ken Aptekar. Zentrales Thema der 32 Bilder ist die Nachbarschaft von Juden und Christen in Lübeck in der Vergangenheit und der Gegenwart. Dazu nutzt er Motive von mittelalterlichen Altären aus dem St. Annen-Museum, die er mit Schriftbändern versieht und verfremdet. Er sei durch die unmittelbare Nachbarschaft von Christentum und Judentum im St. Annen-Viertel zu den Bildern inspiriert worden, sagte Aptekar am Freitag.

Für seine Bildtafeln hat der jüdische Künstler Bildausschnitte vergrößert, von Hand auf Leinwand kopiert und mit Glasplatten bedeckt. In diese Platten sind in Sandstrahltechnik Spruchbänder eingraviert, deren Inhalte einen Bezug der historischen Motive zur Gegenwart herstellen. Die Erläuterungstexte auf Deutsch, Englisch, Russisch und Türkisch verweisen auf die Herkunftsländer der neuen Nachbarn im St. Annen-Viertel. Ein Großteil der jüdischen Gemeinde stammt aus der ehemaligen Sowjetunion, die Mehrheit der in Lübeck lebenden Muslime aus der Türkei. Entstanden ist die Idee zu der Ausstellung bei einem Lübeck-Besuch des Künstlers 2006. „Damals war er beeindruckt von dem Nebeneinander von drei Weltreligionen auf engstem Raum“, sagte der Direktor des Museumsquartiers St. Annen, Thorsten Rodiek. Die im 19. Jahrhundert entstandene Synagoge, die gegenwärtig saniert wird, grenzt direkt an das St. Annen-Kloster. Außerdem gibt es in unmittelbarer Nähe drei Moscheen. Die Ausstellung ist bis zum 29. Mai zu sehen (dienstags bis sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr, ab 1.April von 10 Uhr bis 17 Uhr.)

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