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Lübeck

22. November 2017 | 04:41 Uhr

Mit 44 Hertz gegen Autobahnbeton

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Auf der Autobahn A1 bei Lübeck kommt ein aus den USA angemietetes Spezialgerät zum Einsatz

Auf der Autobahn vor den Toren Lübecks in Richtung Norden herrscht Hochbetrieb – auf der Baustelle. Und: Jetzt hilft US-amerikanische Spezialtechnik bei der Sanierung der Autobahnen A1 und A226 bei Lübeck. Um die marode Betondecke zu zerstören, ist der „Resonat Beam 700“ im Dauereinsatz. Das schwere Gerät setzt auf eine ungewöhnliche Technik. Mit einer Frequenz von 44 Hertz wird der Beton in kleine Teile zerlegt. Jens Sommerburg,Chef der Niederlassung Lübeck des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), und Abteilungsleiter Lutz-Michael Arndt haben die Technik nach Lübeck geholt, die vergangenes Jahr erstmals in Deutschland eingesetzt wurde. Sie hat gleich mehrere Vorteile: Bereits fielen schwere Meißel aus großer Höhe auf den Beton. Das war laut und führte zu Erschütterungen. Entsprechend hoch war die Belastung der Anwohner. Außerdem entstanden große Betonbrocken, die weiter bearbeitet werden mussten, um zum Beispiel den Stahl zu entfernen.

Der RB-700 löst bei einer Fahrgeschwindigkeit von bis 13 Kilometer pro Stunde bis zu 66 Zentimeter dicken Beton in kleine Teile auf. Der Stahl und die Fugenmasse können problemlos entfernt werden. Die kleinen Betonteile werden als Untergrund für die neue Fahrbahn genutzt. Das Gerät schafft rund 6000 Quadratmeter pro Schicht. Für die Bedienung der Hochleistungsbaugerätes sind zwei Mitarbeiter aus den USA eingeflogen.

„Dagegen kommt mir unsere bisherige Methode wie aus der Steinzeit vor“, bemerkt Abteilungsleiter Lutz-Michael Arndt. Dabei wird die Resonanz-Technik in den USA bereits seit den 80er Jahren eingesetzt. Erst vor zwei Jahren hat der Niederländer Albert W. de Lint zwei Fahrzeuge nach Europa geholt. Verkauft werden die Fahrzeuge nicht, sondern nur inklusive Personal für Großprojekte zur Verfügung gestellt.



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