Präimplantationsdiagnostik : Lübecker Zentrum darf an Embryonen forschen

Die mikroskopische Aufnahme zeigt eine menschliche Eizelle, in die in einem Dresdner Speziallabor zu Demonstrationszwecken eine Injektionsnadel eingeführt wird.
Die mikroskopische Aufnahme zeigt eine menschliche Eizelle, in die in einem Dresdner Speziallabor zu Demonstrationszwecken eine Injektionsnadel eingeführt wird.

Eigentlich ist die Präimplantationsdiagnostik in Deutschland verboten, künftig darf in Ausnahmefällen an Embryos geforscht werden. In Lübeck geht die erste Einrichtung an den Start.

shz.de von
27. Februar 2014, 16:27 Uhr

Lübeck | Ein Zentrum für Präimplantationsdiagnostik kann in Lübeck tätig werden. Das Gesundheitsministerium in Kiel erteilte dem Zentrum für Humangenetik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein eine Zulassung zum 1. März. Es sei die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Bei dieser Methode werden einem Embryo zu einem sehr frühen Zeitpunkt Zellen entnommen und diese auf Erkrankungen untersucht, bevor er in die Gebärmutter eingepflanzt (implantiert) wird. Präimplantationsdiagnostik (PID) ist in Deutschland grundsätzlich verboten, darf aber künftig in streng geregelten Ausnahmefällen angewandt werden, wenn eine Ethikkommission zustimmt.

Zu dem Zentrum in Lübeck gehören die Fachbereiche Humangenetik und Reproduktionsmedizin. PID ist möglich bei einer genetischen Erkrankung der Frau oder des Mannes, von denen Ei- oder Samenzelle stammen, wenn für deren Nachkommen das hohe Risiko einer schweren Erbkrankheit besteht. Gleiches gilt für die Untersuchung auf eine schwerwiegende Schädigung eines Embryos, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen wird. PID ist nur an einem zugelassenen Zentrum erlaubt, das über einen sehr hohen Standard bei Diagnostik, Medizin, Personal und Technik verfügt.

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