Mehr Raum für Fußgänger

Wie sich Lübecker die Zukunft der Innenstadt vorstellen / Die Bürgerschaft trifft die Entscheidungen

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22. März 2019, 15:27 Uhr

Über mehrere Monate hatte es Veranstaltungen der Stadt gegeben, in denen Jung und Alt Vorstellungen zur Entwicklung der Hansestadt Lübeck zum Ausdruck bringen konnten. Jetzt wurde die Auswertung der Bürger-Workshops zur Zukunftsplanung Altstadt der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Ergebnis: Fußgänger bekommen Priorität. Für Radfahrer soll es geringfügige Verbesserungen geben. Auch die geplante, dann aber nach Protesten und Bürgerentscheid zum Baumerhalt zurückgestellte Umgestaltung des Bereiches „An der Untertrave“ steht wieder auf der Tagesordnung. Auch soll die Zahl der Buslinien in der Königstraße halbiert werden.

Der Andrang im Saal der Handwerkskammer war groß. 188 Zuschauerplätze standen zur Verfügung, die alle belegt waren. Die Stadt musste das Anmeldeformular vorzeitig aus dem Internet nehmen. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) rückte auf der Verstaltung den Zuhörern ins Bewusstsein, dass Entscheidungen über die eingeforderten Maßnahmen die Bürgerschaft zu treffen habe. Gewünscht sind die folgenden kurzfristigen Maßnahmen:
>Umgestaltung der Beckergrube: Es entsteht ein Theaterplatz, der allerdings als „Shared Space“ auch von Autos und Bussen befahren werden kann. Der Durchgangsverkehr vom Burgtor zur Untertrave wird gesperrt. Dadurch soll sich der Verkehr um 50 Prozent reduzieren.

>Umgestaltung des Bereichs Kohlmarkt, Rathausumfeld und Schüsselbuden.
>Verbesserung der Fahrradstraße. Fahrräder sollen vor dem Burgtor nach links in die Fahrradstraße einbiegen können.

>Umbau der Holstenstraße. Anfahrt zum Parkhaus Mitte in einem späteren Schritt eventuell nur noch über den Mühlendamm.

Mittelfristige Maßnahmen:
>Umgestaltung der Königstraße mit Freigabe für Radfahrer in beide Richtungen. Verkehr wird durch Einbahnstraßenregelung in Schleifen zur Kanalstraße geführt.
>Umgestaltung der Rippenstraßen in der östlichen Altstadt. Sie werden barrierefrei. 50 Prozent der Bewohner-Parkplätze entfallen.
>Der Pergamentmachergang an der Mühlenstraße wird zu einem Innenhof.
>Erneut wird versucht, auf dem Koberg Außengastronomie anzusiedeln.
>Das Umfeld der Innenstadtkirchen soll verbessert werden.
Die langfristige Maßnahmen:
>Umgestaltung der Straße "An der Untertrave".
>Schaffung eines "Rosenplatzes" an der Ecke Rosenstraße/ Wakenitzmauer/ Kleine Gröpelgrube
>Schaffung eines Platzes im Pferdemarkt
>Eventuell Umbau der Kanalstraße für den Linienverkehr. Drei bis vier Buslinien der bisher sieben Linien aus der Königstraße sollen dann dort fahren.

Weitere Forderungen im Katalog: Maximal Tempo 20 in der Altstadt, keine öffentlichen Stellplätze außerhalb von Parkhäusern, eventuell neue stadtnahe Parkhäuser (MuK), Abschaffung von Ampeln in der Innenstadt und Umgestaltung der südlichen Fahrbahn am Holstentor.

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