zur Navigation springen
Lübeck

25. September 2017 | 01:10 Uhr

Mehr Alarmzeichen als bisher bekannt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sondersitzung des Hauptausschusses zum Flughafen-Desaster

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2014 | 11:35 Uhr

Rund zwei Stunden debattierte der Hauptausschuss der Lübecker Bürgerschaft gestern über den Flughafen Lübeck. Und die Politiker bleiben optimistisch: Es gebe mindestens vier Bewerber für den Flughafen, die den Betrieb weiter führen wollen.

Die vielen Besucher waren von der Sitzung enttäuscht. Der Hauptausschuss war zwar in den Bürgerschaftssaal umgezogen, damit jeder einen Sitzplatz bekommt, nach gut zwei Minuten musste die Öffentlichkeit aber den Raum verlassen. Insolvenzberater Dr. Klaus Pannen stellte seine Erkenntnisse und Pläne für den Flughafen vor. Die überzeugten die Politiker offenbar. Sowohl SPD-Fraktionschef Jan Lindenau als auch CDU-Fraktionschef Andreas Zander gehen davon aus, dass der Betrieb am Flughafen Lübeck weitergehen kann. Die Prognose des Insolvenzverwalters sei optimistisch.

Nach dem Insolvenzantrag des Lübecker Flughafens war Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) in die Kritik geraten – kritische Töne drangen gestern kaum nach außen. Dabei gab es offensichtlich mehr Alarmzeichen als bisher bekannt: Seitdem der frühere Flughafeninvestor Mohamad Rady Amar vor mehr als zwei Wochen untergetaucht ist, kommen immer mehr Details ans Tageslicht, was für Außenstände der Ägypter zurückgelassen hat – neben 189 000 Euro an Pacht auch eine Vorschusszahlung auf die Baugenehmigungsgebühr für ein geplantes Glasfaserwerk in Höhe von rund 45 000 Euro. Und weiter: Selbst das Grundstück des an den Flughafen angrenzenden Gewerbeparks soll nie bezahlt worden sein. Zusätzlich kommen offene Forderungen der Stadtwerke Lübeck und der Entsorgungsbetriebe gegen die „Yasmina Flughafenmangagement“ hinzu. Die Stadtwerke Lübeck haben eine offene Forderung von 80 796,04 Euro und die Entsorgungsbetriebe in Höhe von 19 880,83 Euro.

Im öffentlichen Teil der Sitzung stritten sich die Politiker um die Frage, wann der Bürgermeister Kenntnis von den Zahlungsverzügen des Flughafenbetreibers bekommen habe. Er selbst nannte den 18. Februar. In seiner schriftlichen Stellungnahme schrieb er allerdings, dass man im Dezember auf zusätzlichen Druck verzichten wollte, um den Investor nicht zur Nutzung der Ausstiegsklausel zu bewegen. Die genauen Abläufe sollen in den kommenden Sitzungen geklärt werden.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen