Marode Schule entzweit Lübecker Rathaus-Bündnis

Jan Lindenau,  SPD-Fraktionschef ier Lübecker Bürgerschaft.
Jan Lindenau, SPD-Fraktionschef ier Lübecker Bürgerschaft.

Nur die SPD stimmt gegen Sanierung der geschlossenen Grundschule Groß Steinrade

shz.de von
26. Juni 2014, 16:01 Uhr

„Damit ist Lübeck der Eintrag ins Schwarzbuch der Steuerzahler sicher“, sagt SPD-Fraktionschef Jan Lindenau zu der Entscheidung der Lübecker Bürgerschaft, die Grundschule in Groß Steinrade zu sanieren. Außer der SPD-Fraktion hatten alle Mitglieder des Stadtparlamentes für die Baumaßnahme gestimmt auf der jüngsten Sitzung, die wegen der Rathaussanierung ertsmals in den Media Docks stattfand.

Die kleine Grundschule hat im Verlauf der Jahrzehne baulich gelitten, zuletzt war sie nach Schimmelbefall vorübergehend geschlossen. Die Schulkinder aus dem dörflichen Ortsteil mussten daraufhin täglich zur Pestalozzi-Schule in die Fackenburger Allee transportiert werden.

Nach heftigen Protesten von Eltern – vorwiegend aus den Steinrader Neubaugebieten – hat sich die Politik anstelle von Schließung nun für eine Sanierung des Gebäudes entschieden. Die kostet rund 1,44 Millionen Euro. Dazu kommen Kosten von rund 300 000 Euro für Container, in denen die Schüler bis zum Abschluss der Bauarbeiten unterrichtet werden können. Und es könnte noch teurer werden: Die Bürgerschaft hat die Verwaltung mit einer neuen Planung beauftragt. Es sollen vier Klassenräume entstehen und das Gebäude barrierefrei werden.

Das Rechnungsprüfungsamt hat gewarnt: Die Kosten für die Sanierung sollen 3840 Euro pro Quadratmeter betragen. Ein Neubau wird im Schnitt mit 1450 Euro pro Quadratmeter kalkuliert.

Die Finanzierung kann durch eine Spende der Lübecker Possehl-Stiftung über 450 000 Euro und durch städtische Mittel aus der „Raumplanung“ erfolgen. Unter dem Ansatz „Raumplanung" wurden im investiven Haushalt der Stadt Mittel geführt, die für die Umnutzung des Hauses Katharinenstraße 35 vom städtischen Untersuchungsamt zum Verwaltungsstandort dienen sollten. „Damit können städtische Bereiche nicht umziehen und werden weiter über zehn Euro pro Quadratmeter Miete zahlen“, warnt SPD-Fraktionschef Jan Lindenau: „Und das für ein Projekt bei dem noch nicht klar ist, ob das Land später auch Lehrerstellen zur Verfügung stellt.“

Für alle anderen Fraktionen ist klar, dass die kleine Schulstandorte erhalten bleiben müssen.



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