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Lübeck

13. Dezember 2017 | 00:54 Uhr

„Mach Dich mal frei“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lübecker Innenstadtgemeinden begehen in diesem Jahr gemeinsam den Reformationstag mit Aktionen

Unter dem Motto „Mach Dich mal frei“ finden am Reformationstag von zwölf bis 14.30 Uhr Aktionen auf dem Lübecker Markt statt. Im Anschluss wird um 15 Uhr am Sonnabend ein zentraler Reformationsgottesdienst mit allen Innenstadtpastoren in einer frei geräumten Marienkirche gefeiert.

„Die Reformation war ein Meilenstein auf dem Weg zu einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft“, sagt Marien-Pastorin Annegret Wegner-Braun. In dieser Tradition frage man auch heute nach der Freiheit in den eigenen kirchlichen Mauern und in städtischer Öffentlichkeit, erläutert die Marienpastorin. Zur Versinnbildlichung des epochalen Aufbruchs aus festgefahrenen kirchlichen Lehren und Systemen wird die Marienkirche „frei geräumt“ und die Bänke der Marienkirche werden auf den Markt geschafft. „Reformation: Das ist für mich Ausräumen, Aufräumen und Entstauben“, findet auch Petri-Pastor Dr. Bernd Schwarze: „Sich immer wieder neu besinnen, was Leben und Glauben bedeutet, sich auf die Suche begeben nach dem, was wirklich trägt und zählt.“ Und Dom-Pastor Martin Klatt: „Auch in Zeiten, in denen viele viele Freiheiten haben, lohnt es sich zu fragen – persönlich und gesellschaftlich: Wie frei bist du wirklich?“

Unter dem Motto „Mach Dich mal frei“ kann bei einer Tauschaktion ein Ding abgelegt und ein anderes mitgenommen werden. Damit einher geht die Frage: Was kann ich loslassen, was möchte ich loslassen? „Denn wir wollen die Menschen dort abholen, wo sie sich in ihrem Alltag befinden“, sagt Jakobi-Pastorin Kathrin Jedeck.

Künstlerisch wird die Aktion von Knut Winkmann begleitet. Am lutherischen Freiheitsbegriff begeistert ihn besonders die Freiheit zur Zuwendung zum Nächsten. Bei Saxophon- und Posaunenklängen wird es am Markt und in der Kirche in weiteren Aktionen um die „Freiheit“ gehen, die gewendet und geweitet, bedacht und ins Bild gesetzt werden soll. So fragt Ägidien-Pastorin Nicola Nehmzow: „Frei wie ein Vogel – ein Traum? Oder seltenes Glück für einen Augenblick?“ Für Jakobi-Pastor Lutz Jedeck ist die Reformation eine große Chance über Freiheit nachzudenken und über die oft veraltet einengende Vorstellung von Kirche, um dann spielerisch zu entdecken, „wie freimachend Glaube sein kann“.

„Lübeck kann Freiheit!“ – mit diesen drei Worten überträgt Marien-Pastor Robert Pfeifer den lutherischen Freiheitsbegriff in die Hansestadt. Und wird dabei unterstützt von Pröpstin Petra Kallies und 20 weiteren Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen der Stadt. Deshalb freut sich Dom-Pastorin Margrit Wegner, dass am Reformationstag nicht nur Theologen über den Begriff Freiheit nachdenken, sondern Frauen und Männer aus Lübeck wie: Der Bürgermeister und ein Bestatter, ein Förster und die Leiterin des Seniorenbeirats, eine Biologin und die Kultursenatorin. Nicht zuletzt soll eine Thesentür – ein Nachbau der Eingangstür von St. Marien – für Denkanstöße sorgen. Diese soll dazu einladen, selbst zu Hammer und Nagel zu greifen getreu dem Motto „Sei so frei, sag uns Deine Meinung!“.



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