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Lübeck

21. September 2017 | 01:48 Uhr

Lübecks Universität im Wandel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Neuer Präsident, Umwandlung zur Stiftungsuni und eine umstrittene Ehrendoktorwürde: Wohin steuert die 50 Jahre alte Hochschule?

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 10:19 Uhr

Mit ihrem Jahresempfang eröffnet die Universität heute Abend die Veranstaltungen und Feierlichkeiten zu ihrem 50-jährigen Bestehen. Das Präsidium und der Senat der Uni erwarten etwa 250 geladene Gäste aus Hochschulen, Kultur, Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie Vertreter der gesellschaftlichen Gruppen, der Medien und des öffentlichen Lebens.

Achtmal hat die Universität in den vergangenen 50 Jahren ihres Bestehens die Ehrendoktorwürde vergeben. Doch keine ist so kontrovers diskutiert worden, wie die, die heute Abend vergeben werden soll. Die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU, kl. Foto) soll mit dem Titel „Doktor h.c.“ ausgezeichnet werden. Ihren wissenschaftlichen Doktorgrad hatte die Politikerin wegen einer Plagiats-Affäre 2013 verloren.

Zuletzt hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni gefordert, die Ehrung noch einmal zu überdenken. „Nach dem Entzug ihres Titels und ihrem Rücktritt als Bundesministerin hat Frau Schavan uns angeboten, über die Verleihung neu zu beraten“, sagte der Präsident der Lübecker Uni, Peter Dominiak. Der Senat habe damals einstimmig beschlossen, ihr den Ehrendoktor Titel auf jeden Fall zu verleihen, auch wenn das Gericht – wie jetzt geschehen – das Verfahren der Universität Düsseldorf bestätigen sollte. „Auch der AStA hat damals zugestimmt“, sagte Dominiak.

Der Akademische Senat der Universität hatte der damaligen Bundesbildungsministerin im Januar 2012 die Ehrendoktorwürde verliehen. Damit sollte unter anderem ihr Eintreten für die Uni im Kampf um ihren Erhalt im Sommer 2010 gewürdigt werden. Damals hatten Studierende, Professoren und Lübecker Bürger wochenlang gegen die Pläne der schleswig-holsteinischen Landesregierung gekämpft, die Medizinerausbildung in Lübeck aus Kostengründen zu streichen. Schließlich hatte Schavan aus Bundesmitteln dem Land 25 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich für die Forschung zur Verfügung gestellt und so zur Rettung der Uni beigetragen.

Ein weiterer Schritt zum Fortbestand der Uni steht ebenfalls kurz bevor: Bereits zum Jahreswechsel soll die Lübecker Hochschule als Schleswig-Holsteins erste Stiftungsuniversität an den Start gehen. Damit entspreche die Landesregierung einem Wunsch der Universität, sagte Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) am Mittwoch. Die im Hochschulgesetz garantierte Selbstverwaltung soll erhalten bleiben. Die Erhebung von Studiengebühren schließt der Gesetzentwurf ausdrücklich aus. Die Universität soll nach wie vor Zuschüsse vom Land erhalten. Darüber hinaus kann die Uni aber Geld von Dritten einwerben.

Seit Mittwochabend steht fest, dass die 1964 gegründete Universität und mit ihr rund 3300 Studenten einen neuen Chef bekommen: Prof. Dr. Hendrik Lehnert (kl. Foto li.) wird Nachfolger von Prof. Dr. Peter Dominiak (kl. Foto re.), dessen Amtszeit am 31. Juli endet und der aus Altersgründen nicht nochmals für das Amt kandidieren konnte.

Lehnert ist bisher Professor für Innere Medizin an der Lübecker Universität und Direktor der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, gewesen. Seine Amtszeit als Präsident beträgt sechs Jahre und soll zum 1. August startenn. Dominiak war seit 2005 Rektor und ist seit 2008 Präsident der Universität.

Ein Festakt zur Amtsübergabe soll zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Universität am 3. November in der Universitätskirche St. Petri stattfinden.


Weitere Infos zum Universitätsjubiläum gibt es im Internet unter www.uni-luebeck.de/50jahre.





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