zur Navigation springen

Lübecks Segelflieger auf „Ackersuche“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Neuer Flughafen-Betreiber kündigt dem Aero-Club / Hobby-Piloten sondieren mögliche neue Flugplätze / Hof Altona als Chance?

Die beinahe beiläufige Nachricht bei der 100-Tage-Bilanz des neuen Flughafen-Betreibers, dass die Segelflieger den Lübecker Airport per Jahresende verlassen müssen, haben die Hobby-Piloten immer noch nicht so recht verdaut. Am vergangenem Freitag hatte Flughafengeschäftsführer Markus Matthießen dem Vorstand des Aero-Clubs Lübeck mitgeteilt, dass der Airport die Nutzungvereinbarung mit dem Segelfliegern nicht verlängert wird. Seitdem ist der 150 Mitglieder starke Verein – der größte Segelflugclub in Schleswig-Holstein – auf der Suche nach einer neuen Bleibe.

„Im Sommer hatte der neue Geschäftsführer Markus Matthießen uns noch persönlich erklärt, dass er sich keinen Grund vorstellen könne, der gegen einen Segelflug am Lübecker Flughafen sprechen könnte. Und auch jetzt bleibt die Frage danach, was hier vorgesehen ist, unbeantwortet“, sagt Vereinsvorsitzender Florian Mösch (kl. Foto). Es sind nicht die ersten Ansätze, das Gelände rund um das Segelflieger-Heim umzunutzen: Nach den Plänen für einen „Airport-Buisness-Park“ Ende der 1990er Jahre plante hier zuletzt der seit Sommer 2014 untergetauchte Airport-Investors Mohamad Rady-Amar den Bau eines Glasfaserwerks. Die Stadt plant indes einen Gewerbepark im Rücken des Segelfluggeländes.

Die Pu-Ren Germany GmbH, die seit drei Monaten den Flughafen betreibt, will laut Mitteilung vom Freitag ihre Geschäftsfelder ausweiten. In diesem Zusammenhang wurde nun den Segelfliegern gekündigt. Das Ende einer Ära in Lübeck vor Augen – der Aero-Club war in den 1950er Jahren der erste Betreiber des Lübecker Flughafens – könnte es ein Fortbestand der Hobby-Fliegerei an einem anderen Standort bedeuten: Der strandnahe Flugplatz Hof Altona – 1975 vom „fliegende Landwirt“ Gunther Brelowski ins Leben gerufen – steht vor dem Aus. Das Verhältnis zwischen dem Ostholsteiner Aero-Club und der heutigen Eigentümerin der Flächen ist zerrüttet. Anfang 2000 hatte der Aero-Club den Flugplatz übernommen, nach Meinungsverschiedenheiten droht dem Platz bei Sierksdorf zum 31. Dezember 2014 die Schließung, wenn sich die Beteiligten nicht doch noch einigen. Eine Chance für die Lübecker Segelflieger? Auf Nachfrage unserer Zeitung zeigten sich Lübecks Segelflieger interessiert: „Im Prinzip ist das ideal, das werden wir uns mal genauer ansehen“, sagte Winfried Schöch, Pressesprecher des Aero-Clubs, gestern. Der Vorstand sei zurzeit auf „Ackersuche“, so Mösch. Über Satelliten-Bilder im Internet sucht der Verein ein geeignetes Gelände – möglichst 1000 Meter lang, in Ost-West-Richtung und mit „vorhandener Infrastruktur“, sagt Mösch und spricht von einer Zuwegung und einem Stromanschluss.

Hof Altona bietet beides und sogar ein Vereinsheim. Doch einen Pfedefuß habe das Gelände, schränkte Mösch bereits ein: Der Platz sei mit seiner etwa 560 Meter langen Grasbahn zu klein. Auch die Ostseenähe sei aus Gründen der Thermik nicht ideal, so Mösch. Dennoch: „Wir werden darüber nachdenken“, sagt Mösch und bittet die Menschen in der Region um Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Segelfluggelände.


Wer den Lübecker Segelfliegern helfen möchte: Kontakt gibt es unter der Telefonnummer 0451/54343 oder 04533/207086 oder per E-Mail an florian.moesch@acvl.de.


zur Startseite

von
erstellt am 10.Nov.2014 | 16:13 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen