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Lübeck

16. Dezember 2017 | 10:27 Uhr

Lübecks Schätze jetzt auch online

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadtbibliothek Lübeck hat einen Teil ihres bedeutenden Altbestandes ins Internet gestellt

Die Stadtbibliothek Lübeck hat einen Teil ihres bedeutenden Altbestandes, darunter Handschriften und Inkunabeln ins Internet gestellt. Ziel der Digitalisierung ist es, den Bestand für Forschung und Lehre als auch die breite Öffentlichkeit leicht zugänglich zu machen. „Ich begrüße es sehr, dass die Stadtbibliothek dieses Projekt trotz knapper Personalausstattung in Angriff genommen hat“, sagt Kultursenatorin Kathrin Weiher. „Die Tradition der Stadtbibliothek Lübeck und der herausragende Altbestand verdienen es, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.“

Digitalisierungsprojekte dieser Größenordnung sind gewöhnlich Universitäts-, Staats- und Landesbibliotheken vorbehalten. Möglich wurde dieses Projekt nur durch die Unterstützung der Possehl-Stiftung Lübeck.

Aufgrund ihrer fast 400-jährigen Geschichte verfügt die Stadtbibliothek Lübeck über wertvolle Stücke aus 1100 gedruckten Werken und 230 Handschriften aus den Beständen der Marien-, Jakobi-, Petri- und Aegidienkirche, dazu die Bibliotheken des Rates, der Katharinenkirche und der Lateinschule. Seit 1756 wurde in der neuen Benutzungsordnung festgelegt, dass die Bibliothek aus dem lübeckischen Staatswesen von jeder Veröffentlichung ein Pflichtexemplar bekommen sollte. Später kamen im Zuge der Säkularisierung zwischen 1804 und 1806 noch die mittelalterlichen Bestände des Doms, des Johannisklosters und die später an das Waisenhaus übergegangene Bibliothek des Michaeliskonvents hinzu. Erst ab 1836 gab es einen festen städtischen Etat für die Bibliothek. Ende des 19. Jahrhundert bestanden Vereinbarungen mit verschiedenen Lübecker Vereinen, darunter denen der Juristen, Mediziner, Musiker und Theologen, die ihre Bestände der Bibliothek überließen.

Eine Besonderheit ist auch der umfangreiche Musik-Altbestand: zum Beispiel die Abendmusiken in der Tradition Buxtehudes von Adolph Carl Kunzen und von Johann Wilhelm Cornelius von Königslöw aus dem 18. Jahrhundert oder das handschriftliche „Chronologische Verzeichnis der öffentlichen Musikaufführungen in Lübeck von 1671 bis 1908“ von Carl Stiehl, das einen detaillierten Überblick über knapp 250 Jahre Konzertleben der Musikstadt Lübeck bietet.

Trotz erheblicher Kriegsverluste verfügt die Stadtbibliothek noch immer über eine der hochkarätigen Sammlungen Deutschlands und ist mit wohl etwa 150  000 Stücken ab dem 11. Jahrhundert bis zum Jahre 1900 die reichste Altbestandsbibliothek Schleswig-Holsteins.

Zurzeit kann man einige bedeutende Werke im Rahmen der Ausstellung „Lübeck 1500“ im Museumsquartier St. Annen anschauen. Einige dieser Exponate ließen sich digitalisieren und können bereits im Internet besichtigt werden, darunter das Rudimentum Novitiorum. Dieses älteste in Lübeck gedruckte Buch ist eine Weltgeschichte, 1475 gedruckt von Lucas Brandis als „Grundwissen für angehende Mönche“. Es enthält die älteste gedruckte Weltkarte, die älteste im Original erhaltene Abbildung der Stadt Lübeck und es ist außerdem das älteste in Lübeck und Nordeuropa gedruckte Buch.


> Die digitalisierten Werke sind abrufbar über: digital.stadtbibliothek. luebeck.de/viewer

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