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Lübeck

14. Dezember 2017 | 09:22 Uhr

Lübecks Brücken-Dilemma

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Gutachter fordern Gewichtsbegrenzung in Lübeck für die Hüxtertor- und die Rehderbrücke

Zu Beginn des Jahres 2014 sorgte die Hansestadt Lübeck für negative Schlagzeilen: Bei einem bundesweiten Brückentest des ADAC wurden die Rehder- und die Hüxtertorbrücke als schlechteste Brücken eingestuft. Die Stadtverwaltung hat jetzt beide Bauwerke prüfen lassen, und das Ergebnis bereitet Kopfzerbrechen: Die Gutachter empfehlen nämlich eine Gewichtsbegrenzung und eine baldige Sanierung, die aber pro Brücke über drei Millionen Euro kosten würde.

Beide Brückenbauwerke haben in den aktuellen Gutachten die Zustandsnote 3,5 erhalten. Es geht aber noch schlechter, ohne Konsequenzen: So wird beispielsqweise die Bahnhofsbrücke (zwischen Lindenplatz und Fackenburger Allee) seit Jahren mit 4,0 beurteilt. Die Experten raten zum Handeln. So sollten die Rehder- und die Hüxtertorbrücke für schwere Fahrzeuge über 16 Tonnen gesperrt werden. Auf der Rehderbrücke sollte außerdem kein Räumfahrzeug mehr über den erhöhten Fußgängerweg fahren dürfen.

Die Rehderbrücke (Baujahr 1935) steht ist im städtischen Haushalt für kommendes Jahr vorgemerkt. 1,5 Millionen Euro sind für Sanierungsmaßnahmen eingeplant. Das wird aber nicht reichen, denn die Gutachter rechnen mit Kosten von drei Millionen Euro – vorausgesetzt, die Tiefgründung ist noch in Ordnung ist. Ein Aufschieben der Maßnahme ist nicht möglich, denn bei der terminierten Sanierung der Mühlentorbrücke (wir berichteten) soll die Rehderbrücke als Umleitungsstrecke genutzt werden.

Die 37,5 Meter lange Hüxtertorbrücke ist noch älter. Sie wurde im Jahr 1899 eingeweiht und zuletzt im Jahr 1987 saniert. Die Gutachter empfehlen jetzt, den Überbau komplett auszuheben und zu sanieren. Ein ähnliches Verfahren wurde jüngst bei der denkmalgeschützten Drehbrücke angewendet. Die Kosten liegen bei 3,15 Millionen Euro, falls die Widerlager noch zu retten sind. Sie haben sich verschoben. Ein Neubau in optisch ähnlicher Weise würde nach derzeitigen Schätzungen rund 5,3 Millionen Euro kosten.

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