Aus Nigeria und Sierra Leone : Lübecker Hafen: Identität der Flüchtlinge aus Container geklärt

Am Skandinavienkai: Die Bundespolizei geht davon aus, dass die Menschen längere Zeit in dem Container gewesen sind.

Am Skandinavienkai: Die Bundespolizei geht davon aus, dass die Menschen längere Zeit in dem Container gewesen sind.

Die Bundespolizei vermutet, dass Schleuser die Afrikaner nach Skandinavien bringen wollten.

shz.de von
14. Mai 2018, 13:07 Uhr

Lübeck | Die Identität der zwölf Flüchtlinge, die am Sonntag in Lübeck in einem Container entdeckt wurden, ist geklärt. Zwei stammten aus Nigeria, zehn aus Sierra Leone, sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kiel, Gerhard Stelke, am Montag. Unter den Flüchtlingen seien auch zwei Säuglinge im Alter von zwei und vier Wochen gewesen. „Sie wurden vermutlich während der Flucht, aber nicht in dem Container geboren“, sagte Stelke.

Der Güterzug mit dem Container war am Samstag in Italien gestartet. Die Menschen waren am Sonntagmorgen am Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde entdeckt und von Rettungskräften befreit worden.

Ein Hafenarbeiter hatte nach Angaben Stelkes einen Flüchtling bemerkt, der den Container verlassen hatte und zwischen den Gleisen herumlief. Zur Frage, wie die Flüchtlinge in den verplombten Container hineingelangt sind und ob er rundum verschlossen war, machte die Bundespolizei keine Angaben.

Die Bundespolizei vermutet, dass Schleuser die Afrikaner nach Skandinavien bringen wollten. Die Ermittlungen dazu dauern an. Für die nächsten Monate kündigte die Bundespolizei mehr Kontrollen in den Häfen Lübeck und Kiel an.

In einem Container versteckte Flüchtlinge gab es Angaben der Bundespolizei seit längerem nicht mehr. Während der Flüchtlingskrise 2015 war das häufiger vorgekommen – zum Teil mit dramatischen Folgen. Im August 2015 waren 71 Flüchtlinge im Laderaum eines Kühllasters in Österreich erstickt.

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