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Lübeck will wieder mehr Kreuzfahrer anlocken

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Am Skandinavienkai soll im kommenden Jahr ein neuer Fähranleger für Kreuzfahrtschiffe entstehen

Seit Jahren wird in der Hansestadt diskutiert, wie Lübeck vom Kreuzfahrt-Boom profitieren kann, der Rostock und Kiel Zuwachsraten beschert. Ein Grund ist offenkundig: Für größere Kreuzfahrtschiffe gibt es keinen attraktiven Anleger. Dass soll sich im Jahr 2016 ändern. Geplant ist ein neues Terminal am Skandinavienkai in Travemünde.

Kiel und Rostock profitieren von zahlreichen Kreuzfahrtschiffen, die die Küstenstädte anlaufen. Die bringen nicht nur gern gesehene Hafengebühren in die Kassen, sondern vor allem kaufkräftige Kunden in die Innenstadt. In der Hansestadt Lübeck zeigt sich ein anderes Bild. Der Grund: Am attraktiven Ostpreußenkai – direkt in Travemünde an der Vorderreihe – können nur Schiffe mit einer Länge von bis zu 200 Metern anlegen. Die neuen großen Kreuzfahrtschiffe müssen deshalb am entlegenen Skandinavienkai festmachen – mitten im Güterhafengebiet. Die Passagiere müssen für ihren Landgang von Bussen am Skandinavienkai abgeholt und nach Travemünde oder in die Lübecker Altstadt transportiert werden.

Die Lübeck Port Authority (LPA) plant jetzt die Errichtung eines neuen Terminals für Kreuzfahrer. Das soll zwar auf dem Gelände des Skandinavienkais entstehen, aber vom übrigen Hafenbetrieb abgegrenzt sein. Geplant ist eine Investition von 1,3 Millionen Euro. „Die werden den städtischen Haushalt nicht belasten“, versichert Wolfgang Wiese, Leiter der LPA.

Die Lübecker Hafen Gesellschaft wird das Gebäude pachten. Und die dürfte das leicht finanzieren können: Das Interesse der Kreuzfahrer an Lübeck ist nämlich groß. Nach einer aktuellen Studie könnte sich die Zahl der Anläufe verzehnfachen. Bisher liegen für das Jahr 2015 nur 17 Anmeldungen vor. Darunter sind nur zwei große Schiffe, die am Skandinavienkai anlegen müssen.

Bereits im kommenden Jahr soll der Skandinavienkai eine Schmutzwasserentsorgung für Kreuzfahrtschiffe bekommen. Dazu wird ein Düker unter der Trave bis zum Klärwerk auf dem Priwall gebaut. Der Grund: Die Bundesregierung hat sich international verpflichtet, dass Kreuzfahrtschiffe und Personenfähren kein Schmutzwasser mehr in die Ostsee leiten dürfen. Die Investition liegt bei 800 000 Euro. Für zusätzliche 200.000 Euro wird auch der Ostpreußenkai an das System angeschlossen.

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