Lübeck: Stillstand am Burgfeld

Der Gustav-Radbruch-Platz fristet derzeit als Busbahnhof ein tristes Dasein.
Der Gustav-Radbruch-Platz fristet derzeit als Busbahnhof ein tristes Dasein.

Der Gustav-Radbruch-Platz sollte längst neu gestaltet sein / Umbau Travemünder Allee ebenfalls gestoppt

shz.de von
06. Dezember 2018, 13:10 Uhr

Der Gustav-Radbruch-Platz – in Lübeck besser bekannt als Burgfeld – ist alles andere als sehenswert. Zudem gilt das Areal vor dem Burgtor als Unfallschwerpunkt in der Hansestadt. Seit zehn Jahren wird eine e Neugestaltung ins Auge gefasst. 2015 sollte eigentlich ein Umbau vom Kreisel zu zwei Kreuzungen realisiert sein. Geschehen ist tatsächlich nichts. Und das wird sich in naher Zukunft nicht ändern.

Im Jahr 2008 hatte der damalige wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion und heutige Sozialsenator Sven Schindler die Neugestaltung des Bereichs gefordert. Die Verwaltung machte sich an die Arbeit und präsentierte dann diesen Vorschlag:

>Travemünder Allee ab „Am Gertrudenkirchhof“ nur noch zweispurig. Sie nimmt den Verlauf ein, den die Straße vor 100 Jahren hatte und verläuft somit geradeaus ins Burgtor.

> Roeckstraße und Falkenstraße werden zu normalen Straßeneinmündungen mit entsprechenden Ampeln.

>Der Busbahnhof Burgfeld verschwindet, stattdessen an der Einmündung Roeckstraße normale Bushaltestellen am Straßenrand – jeweils zwei in der Travemünder Allee und in der Roeckstraße.

Die Umsetzung dieser gravierenden Neuordnung kündigte der damalige Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) für das Jahr 2015 an. Neben Fahrbahnausbesserung gab es aber nur eine Bautätigkeit zu beobachten: 2014 wurde nämlich das Wasserspiel auf dem Burgfeld beseitigt. Eine Sanierung lohne sich nicht, weil der Platz umgebaut werde, hieß es zur Begründung.

Dann kam eine ergänzende Planung auf den Tisch: Die Fährstraße sollte in einem viergeschossigen Parkhaus mit 413 Stellplätzen enden im Burgfeld-Abhang zur Hafenstraße. Die Parkhaus-Idee ist inzwischen auch offiziell zu den Akten gelegt. Ein Bau seit viel zu teuer, bestätigt die Stadtplanung. Außerdem habe sich nach der Eröffnung des nahe gelegenen Hansemuseums gezeigt, dass der angenommene Parkraumbedarf nicht so groß ist.

Der Gustav-Radbruch-Platz wird allem Anschein nach so bestehen bleiben, denn selbst die jüngst vorgelegten Pläne zur Umgestalten der Travemünder Allee vom Burgfeld gehen vom derzeitigen Straßenverlauf aus. „Es ist damit nicht zu erwarten, dass der Umbau des Burgfelds in den kommenden Jahren realisiert wird“, sagt Bausenatorin Joanna Hagen.

Mehr noch: Selbst der Umbau der Travemünder Allee, der für 2019 fest eingeplant war, ist gestoppt. Die Bauverwaltung hatte vor, die Travemünder Allee vom Burgfeld bis zur Eschenburgstraße umzubauen. Die Mittelinsel sollte entfernt werden, breite Radwege auf beiden Seiten entstehen. Im Bauausschuss der Bürgerschaft gab es jetzt heftige Kritik aus allen Fraktionen. Soll die Stadt für mehr als 800 000 Euro einen wenig genutzten Radweg ausbauen? Der Bauausschuss der Lübecker Bürgerschaft hat die Vorlage vertagt. Bausenatorin Joanna Hagen hat zugesagt, die Pläne zu überarbeiten ...


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