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Lübeck

12. Dezember 2017 | 11:36 Uhr

Lübeck sammelt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lübeck sammelt Kunst. Nicht nur in den Museen. Es gibt erstaunlich viele Privatsammler, und noch erstaunlicher: Viele sammeln moderne, zeitgenössische Arbeiten. „Lübeck sammelt – Von Max Beckmann bis Miroslav Tichy“ lautet der Titel einer Ausstellung, die ab Sonntag in der Kunsthalle St. Annen zu sehen ist.

„Zusammen“ könnte ein Motto lauten, das zu dieser Kunstschau gehört, sagte Prof. Hans Wißkirchen, leitender Direktor der Lübecker Museen, am einer Vorbesichtigung am Freitag. Die Schau wird nämlich vom Museum zusammen mit der renommierten Overbeck-Gesellschaft veranstaltet. Und die Museen bestreiten sie zusammen mit privaten Leihgebern.

Die Zusammenarbeit von Museen und Overbeck mögen manche als Novum empfinden. Man könne jedoch auf eine Tradition verweisen. Denn Lübecks bekanntester Museumsdirektor, Carl Georg Heise, habe die Overbeck-Gesellschaft, den Lübecker Kunstverein, anno 1918 gegründet. Er ließ den Pavillon im Garten des Behnhauses bauen, und dieser Pavillon ist auch ein Grund für die jetzt wiederbelebte Kooperation, sagte Wißkirchen.

Der Overbeck-Pavillon wird nämlich in den nächsten eineinhalb Jahren saniert, um dann am Ende des Jubiläumsjahres wieder zu strahlen. Inzwischen wandere der Kunstverein mit seinen Ausstellungen durch die Stadt. Es gebe erstaunliche Schätze sowohl in den Magazinen des St. Annen-Museums als auch bei Privatsammlern. 137 Werke sind ab Sonntag zu bestaunen, verteilt über alle Etagen der Kunsthalle. Die Schau gibt einen Überblick über Entwicklung und Strömungen seit 1945.

Wie Dr. Oliver Zybok, Direktor bei Overbeck und Kurator der jetzigen Schau, ausführte, sind die Werke in neun Gruppen eingeteilt. Dabei sei eine strenge Gliederung nicht möglich, weil es Überschneidungen gebe. Lediglich die Vielfalt der Stile sei damit angedeutet. Zybok zählte auf: Beispiele für die gegenständliche Malerei stehen neben der Abstraktion. Politisch engagierte Künstler drängte es in die Öffentlichkeit. Dazu zählt mit vielen Plakaten der Graphiker Klaus Staeck. Das Museum besitzt etwa 150 Beispiele hierfür. Ferner gibt es Arbeiten der sogenannten Düsseldorfer Fotoschule oder Dokumentationen von Fotokünstlern aus der DDR. "Kunst und Leben" zeigt die Verbindung zum Alltag, und die unvergessene Lübeckerin Hanna Jaeger ist mit eine Installation vertreten.

Jeder Sammler habe zu seinen Beiträgen Geschichten parat gehabt, sagte Zybok. Er gehe davon aus, dass sich weitere Lübeckerinnen und Lübecker als Kunstkenner und -sammler outen werden. Auf den Plakaten stehe deshalb „Lübeck sammelt I“. Fortsetzung also nicht ausgeschlossen. Ein weiterer Effekt könnte sein, dass sich Besucher anstecken lassen und künftig Kunst kaufen. Die Jahresgaben der Overbeck-Gesellschaft seien durchaus auch als preisgünstiger Einstieg gedacht.

>Die Ausstellung „Lübeck sammelt“ wird am Sonntag um 11.30 Uhr eröffnet. Diese Veranstaltung ist allerdings ausverkauft. Ab 14 Uhr ist dann für weitere Interessierte die Möglichkeit gegeben, die Räume zu durchwandern. Möglich ist das bis 21. Mai zu den üblichen Öffnungszeiten.

>Der Katalog mit begleitenden Texten in deutsch und englisch ist 196 Seiten stark. Er kostet im Museumsshop 34 Euro, später 40 Euro.

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