Ermittlungen der Bundesanwaltschaft : Lübeck: Polizei durchsucht islamisches Zentrum

Die Polizei stellte Beweismaterial im Islamischen Zentrum im Hansering sicher.
Die Polizei stellte Beweismaterial im Islamischen Zentrum im Hansering sicher.

Im Fokus der Razzia steht ein mutmaßliches IS-Mitglied. In Hamburg und auch in Lübeck gab es weitere Durchsuchungen.

shz.de von
13. März 2017, 14:16 Uhr

Lübeck | In Lübeck hat die Polizei am Montag die Räume des „Islamistischen Zentrums“ im Hansering durchsucht. Gegen 7.30 Uhr umstellten Polizeiwagen und Beamte mit Hunden das Gelände im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Süd, auf Fotos ist zu sehen, wie Polizisten Computer und andere Gegenstände aus den neben einem Bekleidungsgeschäft gelegenen Räumen im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses heraustragen.

Hintergrund sind Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen ein mutmaßliches IS-Mitglied. „Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen eine Person haben wir zwei Wohnungen in Hamburg und Lübeck und eine Moschee in Lübeck, die die Person aufgesucht hat, durchsucht“, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf Nachfrage des sh:z. Der Mann sei von der Polizei vernommen, aber nicht festgenommen worden. Persönliche Angaben, etwa zur Nationalität und zum Alter, wollte der Sprecher der Bundesanwaltschaft nicht machen.

Das vermutliche IS-Mitglied ist dem Sprecher zufolge in einem Propaganda-Video von 2015 zu sehen. Seit wann die Ermittlungen laufen und wo der Verdächtige lebt, wollte der Sprecher nicht sagen und verwies auf den Vorrang der laufenden Ermittlungen. Festnahmen habe es allerdings keine gegeben.

Das „Islamistische Zentrum“ im Lübecker Hansering ist bereits häufiger im Zusammenhang mit radikalen Strömungen des Islam aufgefallen – so gab es bereits 2013 die Furcht, Salafisten könnten von dort aus um Nachwuchs in der Nachbarschaft werben. Offiziell handelt es sich bei dem Zentrum um den Gebetsraum eines islamischen Kulturvereins.

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