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Gutachten zu Standorten : „Lübeck muss Schulen schließen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Experten-Gutachten zeigt Probleme der Schulstandorte in den Stadtteilen Travemünde und Kücknitz auf.

Lübeck | Heftig wurde in den vergangenen Monaten um den Erhalt der Grundschule Groß Steinrade gestritten. Jetzt gibt es neuen Zündstoff: Im Schul- und Sportausschuss wurden die ersten Erkenntnisse zur Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung vorgestellt. Experten der Projektgruppe Bildung und Region wurden konsultiert. Vertreten durch den Gutachter Wolf Krämer-Mandeau sprachen sie nach eingehender Analyse der aktuellen Situation Empfehlungen aus, so auch die Zusammenlegung oder Schließung von einigen Schulen.

Die Experten prognostizieren für Lübeck eine je nach Stadtteil sehr unterschiedliche Entwicklung bezüglich Altersverteilung, Geburtenrate und dementsprechende Entwicklung der Schülerschaft. So werde laut Krämer-Mandeau in den Stadtteilen Buntekuh und der Innenstadt kein Einbruch der Bevölkerungsdichte und Altersstruktur stattfinden, während in Travemünde „extreme Überalterung“ zu beobachten sei, die Auswirkung auf die Schülerzahlen hat. Ebenso sind in den Stadtteilen St. Gertrud, St. Jürgen und St. Lorenz Nord dramatische Rückgänge der Grundschülerzahlen zu verzeichnen.

Die Prognose für weiterführende Schulen fällt je nach Standort unterschiedlich aus: Während die Albert-Schweitzer Gesamtschule rasanten Anstieg der Neuanmeldungen verzeichnen kann, ist die Gemeinschaftsschule Trave von einer verschwindend geringen Anzahl von Anmeldungen betroffen und wird daher in der bestehenden Form als nicht mehr tragfähig eingestuft. Ebenso ist das Gymnasium im Stadtteil Kücknitz bei der Schulauswahl äußerst unbeliebt, selbst ortsansässige Eltern und Schüler entschließen sich eher für einen weiten Schulweg in die Stadtmitte, als für das örtliche Angebot zu nutzen.

Obwohl die Steuerung der letzten Jahre als weitgehend richtig eingeordnet wird, müssten auch im Bereich der Grundschulen in Hinblick auf Bedarf an Inklusion und Ganztagsangebote räumliche wie auch strukturelle Veränderungen erfolgen.

Um die Qualität der pädagogischen Betreuung zu gewährleisten, wird über eine Zusammenlegung oder Schließung der Schulen mit einer geringen und tendenziell abnehmenden Anzahl von Schülern wie im Falle von Travemünde oder den Dorfschulen in Schönböcken und Groß Steinrade beraten werden müssen, so der Gutachter. Insbesondere an den Dorfschulen, so Wolf Krämer-Mandeau, reichten die Schülerzahlen nicht aus, um die Standorte zu erhalten. Um gefährdete Standorte in den Siedlungsgebieten Kücknitz und Travemünde zu erhalten, seien neben den schulinternen Veränderungen auch infrastrukturelle Verbesserungen in den Stadtteilen wie die Erschließung von Wohnbaugebiet in Travemünde angedacht. Der Expertenrat hinsichtlich des Standortes Kücknitz zielt außerdem auf die Umstrukturierung zu einer Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe.

Das vorgelegte Papier zur Schulentwicklung diene als Grundlage für eine breite Diskussion und den Austausch zwischen Politik, Schulen und Eltern, sagte Lübecks zuständige Senatorin Annette Borns.

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