zur Navigation springen
Lübeck

17. Dezember 2017 | 21:24 Uhr

Lübeck: Mehr Fluggäste

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Aber: Zehn Monate nach der Privatisierung lässt der große Ansturm am Flughafen noch auf sich warten

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 00:37 Uhr

Mehr als fünf Millionen Fluggäste der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair sind seit der Eröffnung der ersten Ryanair-Strecke ab Lübeck im Jahr 2000 auf dem Airport in Blankensee abgefertigt worden. Gestern wurde Steffen Schebesta als der
5.555.555. Ryanairpassagier begrüßt. Der 37-jährige Hamburger hatte einen Flug von Lübeck nach Porto an der portugiesischen Atlantikküste gebucht.

Auch nach der Übernahme des Flughafens durch den deutsch-ägyptischen Geschäftsmann Mohamad Rady Amar Anfang dieses Jahres ist Ryanair derzeit der wichtigste Kunde der Flughafens. Insgesamt werden von Lübeck aus zehn Ziele angeflogen.

Neben Ryanair bietet die ungarische Gesellschaft Wizzair Verbindungen nach Danzig und Kiew in der Ukraine an. „Wizzair bekommt demnächst neue Flugzeuge und Routen, wir rechnen uns gute Chancen aus, dadurch ab 2014 eine weitere Verbindung nach Osteuropa zu bekommen“, sagte der Geschäftsführer des Flughafens Lübeck-Blankensee, Jürgen Friedel. Ryanair-Sprecherin Svenja Damzog sagte, auch die Iren seien mit Lübeck im Gespräch über den Sommerflugplan. „Wie der aussehen wird, können wir aber noch nicht sagen.“

Der ehemals städtische Flughafen war nach langem politischen Streit Ende 2012 vollständig privatisiert worden. Der neue Eigner, die Firma 3 Y Logistic und Projektbetreuung GmbH, deren Geschäftsführer Rady Amar ist, will in den nächsten Jahren 20 Millionen Euro in den Flughafen investieren. Erste Pläne für ein neues Terminal wurden bereits vor einigen Monaten vorgestellt. Verwirklicht werden können sie jedoch erst, wenn das Oberverwaltungsgericht in Schleswig endgültig über die Klagen von Flughafengegnern gegen den Bebauungsplan entschieden hat.

Nach der Privatisierung von Lübeck-Blankensee gab es mehrere Initiativen zur Gründung von Regionalfluglinien, die aber alle mit Startschwierigkeiten zu kämpfen haben. Die im Januar gegründete Lübeck Airways kämpft nach den Worten ihres Geschäftsführers Michael Höfel noch mit juristischen Problemen bei der Übernahme der Betriebsgenehmigung der insolventen Cirrus Airlines. Die Ende April gegründete Almania Airlines, die von Lübeck aus innerdeutsche Ziele bedienen will, hat nach eigenen Angaben ebenfalls noch keine Betriebserlaubnis. Eine von Rady Amar geplante Route nach Kairo liegt derzeit wegen der politischen Situation in Ägypten auf Eis. Zerschlagen haben sich die Pläne des Medizintechnikunternehmers Wilfried Stöcker, eine eigene Fluglinie zu gründen.

„Wir führen ständig Gespräche mit Fluglinien und Reiseveranstaltern und merken, dass wir als Gesprächspartner für Airlines interessanter geworden sind. Aber der Markt ist im Moment ziemlich angespannt“, sagte Flughafenchef Friedel. Für 2013 rechnet Friedel mit rund 370.000 Passagieren – das sind etwa 10.000 mehr als im Vorjahr.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen