Lübeck kann Teichen nicht helfen

Der Einsatz eines Bagger – hier am Wehr zwischen Mühlenteich und Obertrave – hat nicht die erhoffte Wirkung gezeigt.
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Der Einsatz eines Bagger – hier am Wehr zwischen Mühlenteich und Obertrave – hat nicht die erhoffte Wirkung gezeigt.

Am Krähenteich musste erneut ein Badeverbot ausgesprochen werden / Hilfsmaßnahmen blieben wirkungslos

shz.de von
23. August 2018, 12:07 Uhr

Auf einer Reihe von Gewässern in der Hansestadt Lübeck hat sich in den vergangenen Wochen ein Algenteppich gebildet und weiter ausgebreitet. Die Folge: Die Fische leiden an Sauerstoffmangel – zahlreiche sind bereits verendet. Am Krähenteich besteht seit Mittwoch erneut Badeverbot, an der Badestelle in der Wakenitz wird vor Blaualgen gewarnt.

Die Situation hat sich in den letzten Tagen verschlechtert. Die Lübecker Hafenbehörde hat zwar einen Bagger im Einsatz, der zumindest das Wehr zwischen Mühlenteich und Obertrave reinigt, damit noch etwas Wasser fließen kann und der Mühlenteich mehr Sauerstoff bekommt. Aber der erhoffte Erfolg blieb aus.

Nach einer Ortsbesichtigung des Altstadtbades Krähenteich musste am Mittwoch die so beliebte Badestelle in der Altstadt von der Gesundheitsbehörde aufgrund von massiver Bildung von Blaualgen, Algen und Wasserlinsen erneut vorübergehend geschlossen werden. Die Sichttiefe beträgt 30 Zentimeter und somit ist mit erhöhter Bildung von Blaualgen zu rechnen. Optisch ist die Oberfläche, besonders im Nichtschwimmerbereich, mit einem grünen Teppich bedeckt.

In den anderen drei Flussbadestellen an der Wakenitz beträgt die Sichttiefe derzeit 50 Zentimeter. Hier sind Warntafeln zum Thema Blaualgen aufgestellt. Ein Badeverbot musste hier von der Gesundheitsbehörde noch nicht ausgesprochen werden. Es wird aber kontinuierlich geprüft.

Die Möglichkeiten die Gewässer mit mehr Sauerstoff zu versorgen sind begrenzt. Obwohl die Wakenitz Niedrigwasser hat, wurde der Durchfluss zum Krähenteich noch etwas weiter geöffnet. Ein Abfischen der Algen hält der Bereich Naturschutz für sinnlos. Denn sie bilden sich bei dem warmen Wetter sehr schnell wieder neu. Ein Belüften der Gewässer durch Wasserpumpen sei ebenfalls nicht Erfolg versprechend. Das Wasser sei zu warm.

Bisher wurde nur bei einem Gewässer eingegriffen. In Brodten war der Wasserstand in einem Teich so weit gesunken, dass die Fische sich nur noch in Pfützen aufhalten konnten. Die Feuerwehr füllte Wasser nach. Das sei aber nur in Ausnahmefällen möglich, so Lübecks Feuerwehr-Chef Bernd Neumann, denn die Feuerwehr müsse wie jeder Lübecker für das Wasser die fälligen Gebühren zahlen.

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