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Lübeck ist für Polizeibeamte ein gefährlicher Arbeitsplatz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Auswertung des Bundeskriminalamtes ist aber in Lübecker Polizeikreisen nicht unumstritten

Nach einer Auswertung des Bundeskriminalamtes versehen Polizeibeamte in Lübeck einen besonders gefährlichen Dienst. Bei der Zahl der Widerstandshandlungen liegt die Hansestadt bundesweit auf Platz 2. Erst am Wochenende wurden wieder zwei Beamte bei einem Disco-Einsatz verletzt (wir berichteten).

Seit Jahren steigt die Kurve der Widerstandshandlungen gegen die Polizeibeamten in Lübeck an – mit einigen Schwankungen. Im vergangenen Jahr wurden 212 Mal Beamte angegriffen. Heiko Hüttmann, Leitender Polizeidirektor der Polizeidirektion Lübeck, kündigte bereits im Frühjahr an, seine Beamten verstärkt in Konfliktbewältigung zu schulen. Das werde aber nur bedingt helfen, so Hüttmann, denn oft sind Personen stark alkoholisiert und aggressiv.

Aus Sicht der Lübecker Polizeidirektion könnte eine mögliche Erklärung in der wohl unterschiedlichen Erfassung der Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) der einzelnen Bundesländer liegen. Nicht alle Bundesländer würden Widerstände auch als solche in die Statistik aufnehmen, sondern zum Beispiel unter dem Begriff Körperverletzung führen. „Aufgrund unserer Erfassungsmodalität ist die Häufigkeitsziffer bei Widerstand gegen die Staatsgewalt im Bereich Lübeck sehr hoch“, so Anett Dittmer, Sprecherin der Polizeidirektion.Außerdem seien die Polizeibeamten besonders sensibilisiert. Über 90 Prozent der geschädigten Polizeibeamten Schleswig-Holsteins fertigen nach Widerstandshandlungen eine entsprechende Anzeige. In anderen Bundesländern sei, so die Polizeidirektion Lübeck, dieser Prozentsatz eventuell geringer. „Lübeck hat sicher eine hohe Anzahl von Widerständen laut Kriminalstatistik zu verzeichnen“, so Polizeisprecherin Anett Dittmer. „Aufgrund der oben genannten Umstände ist jedoch nicht abschließend gesagt, dass unsere Stadt tatsächlich die häufigsten Fälle im Bundesgebiet aufweist“.

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erstellt am 16.Okt.2013 | 00:31 Uhr

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