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Blankensee : Lübeck erkauft Pleite-Flughafen noch etwas Zeit

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Der Pleiten-Flughafen Lübeck-Blankensee braucht dringend frisches Geld. Wie geht es weiter?

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2016 | 18:49 Uhr

Lübeck | Der kriselnde Flughafen Lübeck-Blankensee erhält noch etwas Zeit. Der Hauptausschuss der Hansestadt Lübeck stimmte am Donnerstag in einer Sondersitzung dem Verkauf eines Grundstückes aus der Insolvenzmasse des Flughafens zu. Durch diese Brückenfinanzierung sei der Betrieb des Flughafens bis Mitte Mai gesichert, sagte Insolvenzverwalter Klaus Pannen nach der nicht-öffentlichen Sitzung.

Der Flughafen in Lübeck hat eine Reihe von Pleiten hinter sich. Immer wieder hat man versucht, den Standort zu retten, doch ein gutes Konzept fehlte. Dabei stürzte sich die Stadt auf fadenscheinige Pläne. Zuletzt scheiterte die Idee, Medizintouristen aus China über Lübeck einzufliegen.

Weil die Fluggesellschaft Wizzair Mitte April Lübeck verlässt, steht der Flughafen von dem Zeitpunkt an ohne Einnahmen da. Nach intensiven Gesprächen mit den Interessenten sei er optimistisch, Anfang bis Mitte Mai einen Vertrag mit einem Investor abschließen zu können, sagte Pannen. Er verhandelt seit Wochen mit zwei potenziellen Investoren. Mit einem dritten ernsthaften Interessenten, der sich in den vergangenen Tagen gemeldet hat, werde er am Freitag erste Gespräche führen, sagte Pannen. Einzelheiten nannte er nicht.

Die beiden anderen Interessenten haben entgegen ihren Ankündigungen noch immer kein belastbares Finanzierungskonzept vorgelegt. Ohne frisches Geld kann der Flughafen von Mitte April an die Gehälter der Mitarbeiter nicht mehr zahlen. Der eine der beiden soll angeblich ein potenter Unternehmer aus der Region sein, der andere einer, der Flugzeuge recyceln und Lübeck-Blankensee als Abwrack-Airport betreiben will.

Drei private Investoren in zwölf Jahren, rote Zahlen, Fluggastzahlen, die von 697.559 (im Jahr 2009) auf 127.000 (im Jahr 2015) abgestürzt sind, eine Mitarbeiterzahl, die jüngst von 75 auf 50 eingedampft wurde – die Probleme am Lübecker Flughafen sind chronisch.

Das einzige, was einigermaßen Bestand zu haben scheint, ist die Anwesenheit Pannens, der aktuell zum zweiten Mal Regie über eine Insolvenz des Betriebs führt. Die Zeit sitzt ihm vor allem im Genick, weil sich mit dem ungarischen Billigflieger Wizz Air gerade eine Einnahmequelle, nämlich die einzig verbliebene Fluggesellschaft, Richtung Hamburg verabschiedet hat. Am 15. April geht der letzte Flug ab Lübeck.

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