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Lübeck

21. Oktober 2017 | 14:56 Uhr

Kriminalität in Lübeck steigt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zahl der angezeigten Straftaten in der Hansestadt hat um 12,1 Prozent zugenommen

Seit Jahren ging die Kriminalität in der Hansestadt Lübeck zurück, im vergangenen Jahr gab es aber eine Kehrtwende: Die Zahl der angezeigten Straftaten stieg um 12,1 Prozent auf 25647 Fälle. Zum Vergleich: In ganz Schleswig-Holstein lag der Wert bei 1,9 Prozent.

Eine einfache Erklärung des Anstiegs gibt es nicht. Der starke Anstieg betrifft viele Bereiche. So nahm die Zahl der Sexualstraftaten von 108 auf 161 Fälle zu - ein Anstieg von 49,1 Prozent. Die Zahl der Rohheitsdelikte, wie Raub und Körperverletzungen, stieg um 11,1 Prozent, bei Sachbeschädigungen waren es 17,4 Prozent. Deutlich rückläufig sind dagegen Wohnungseinbrüche. Hier wirkt sich das Konzept der Ermittlungsgruppe und der Beratungsangebote aus.

Die Zahl der Rauschgiftdelikte stieg von 790 auf 1228. In diesem Bereich gibt es kaum Anzeigen, die Straftaten werden von der Polizei entdeckt. Mehr Personal gab es in diesem Bereich nicht. Die Steigerung könnte deshalb ein Zeichen sein, dass es tatsächlich einen Anstieg in diesem Bereich gibt.
Im Zuge der Flüchtlingswelle hat sich natürlich die Zahl der Straftaten gegen das Aufenthalts- und Asylrecht erhöht. Hier wurden im Jahr 2016 insgesamt 1154 Fälle gezählt, eine Steigerung von knapp 160 Prozent. Das ist auch der Hauptgrund, warum die Zahl „nichtdeutscher Tatverdächtiger“ auf 32,3 Prozent gestiegen ist. Ohne diesen Bereich liegt der Wert bei 23,9 Prozent. Er ist den vergangenen Jahren allerdings gestiegen. Im Jahr 2013 lag er bei knapp 16 Prozent. Polizeidirektor Bernd Olbrich relativiert die Zahl: Unter den Flüchtlingen seien viele junge Männer im Alter von 15 bis 25 Jahre. In dieser Altersgruppe ist unabhängig von der Nationalität die Kriminalität deutlich erhöht. Eine Statistik nach Aufenthaltsstatus gibt es nicht.

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