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Lübeck

23. Oktober 2017 | 13:51 Uhr

Kreuzweg mit Rekordbeteiligung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erstmals mehr als 1000 Gläubige auf Deutschlands ältestem Kreuzweg in der Hansestadt Lübeck

„Das war eine sehr intensive Stunde, den Kreuzweg bei Sonnenschein mit so vielen Menschen beten zu können“, zeigte sich der neue Erzbischof für das Bistum Hamburg, Dr. Stefan Heße, beeindruckt bei seinem ersten Besuch in der Hansestadt. Erstmals mehr als 1000 Gläubige waren gekommen, um den ältesten Kreuzweg Deutschlands zu begehen. Die Polizei sperrte für die Pilger die Burgtorbrücke, um ihnen einen gefahrlosen Weg zu gewährleisten.

„In Verantwortung vor Gott...“ lautete in diesem Jahr das Leitthema des Lübecker Kreuzweges. An den einzelnen Stationen des Weges sprachen neben dem katholischen Erzbischof auch der katholische Propst Franz Mecklenfeld, Jakobi-Pastor Lutz Jedeck, Pastorin Elisabeth Hartmann-Runge (Ökumenische Arbeitsstelle des Ev.-Luth. Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg), Pröpstin Petra Kallies und Bischöfin Kerstin Fehrs sowie Björn Engholm.

Karfreitag sei ein „verstörender“ Feiertag, sagte Bischöfin Kirsten Fehrs. Jesus Christus habe sich am Kreuz von Gott verlassen gefühlt. Da sei es nachvollziehbar, dass sich auch die Trauernden des Flugzeugabsturzes in Frankreich verlassen fühlen. Gott stehe aber an der Seite der Trauernden, und es sei Aufgabe der Christen, diese tröstende Botschaft zu verbreiten.

Erzbischof Stefan Heße beklagte die Verfolgung von Menschen anderen Glaubens. Das betreffe Jesiden im Nordirak ebenso wie Christen in Pakistan oder Juden in der NS-Zeit. Viele Menschen würden sich vor der Verantwortung drücken, sich nachdrücklich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. „Der Verschiebebahnhof von Verantwortung und Schuld macht auch vor uns nicht halt. Wenn wir zum Beispiel konsequent für den Frieden Verantwortung übernehmen würden, dann sähe die Welt anders aus“, so Erzbischof Heße. „Dann“, so die Hoffnung des Erzbischofs, „würden wir den Menschen anders begegnen, anders streiten und diskutieren, anders beten und auch handeln.“

Jeder Mensch habe eine „unverlierbare Würde“, die ihm von der Schöpfung verliehen wurde, sagte der ehemalige Ministerpräsident Björn Engholm (SPD). Dabei sei es unabhängig, ob Menschen an den christlichen Gott oder Allah glaubten, ob sie Buddhisten oder Hindu seien oder der humanistischen Philosophie anhingen.

Am Ende des Kreuzweges hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Unterschrift für die Volksinitiative für einen Gottesbezug in der Landesverfassung abzugeben.

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