Krankenhaus zum Verkauf

Das unter katholischer Leitung stehende Marien-Krankenhaus an der Parade, unweit des Lübecker Doms.
Das unter katholischer Leitung stehende Marien-Krankenhaus an der Parade, unweit des Lübecker Doms.

Erzbistum Hamburg sucht „strategischen Partner“ für das Marien-Krankenhaus in Lübeck

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17. Juni 2019, 15:29 Uhr

Lübeck | Das katholische Erzbistum Hamburg will drei seiner Krankenhäuser nicht mehr allein bewirtschaften und sucht deshalb einen Miteigentümer. „Wir suchen einen strategischen Partner, um diese Krankenhäuser nachhaltig zu sichern und zu stärken und um auf die Herausforderungen und starken Konzentrationsprozesse im Krankenhaussektor besser reagieren zu können“, sagte Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums Hamburg mit. Am Montag hatte auch Domkapitular Berthold Bonekamp die Belegschaft der Krankenhäuser über die Pläne informiert.

Das katholische Erzbistum Hamburg betreibt über die Ansgar-Gruppe das Marien-Krankenhaus in Lübeck sowie das Marienkrankenhaus und das Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg. In allen drei Kliniken sind zusammen 2100 Menschen beschäftigt.

„Ziel unserer Suche ist die Übernahme einer mehrheitlichen Beteiligung durch eine Krankenhausgruppe mit katholischer Ausrichtung“, sagte Manfred Nielen weiter. Die Einrichtungen sollen in katholischer Trägerschaft gehalten werden. Jedoch wolle das Erzbistum Hamburg Minderheitsgesellschafter bleiben. „Die drei Kliniken des Erzbistums stehen wirtschaftlich gut da“, so Nielen. Hintergrund der Partnersuche: Mit dem Verkauf der Mehrheitsanteile will das Erzbistum Hamburg seine Schuldenlast weiter verringern, die unter anderem auch zur Schließung von katholischen Schulen führte. Das Erzbistum ist mit 83 Millionen Euro (Stand 2017) verschuldet. Neben den Krankenhäusern komme nach Angaben des Erzbistums in diesem Jahr alles auf den Prüfstand – neben den Schulen, auch Kirchen und Immobilien.

Das Marien-Krankenhaus wurde 1888 eingeweiht. Sieben Nonnen, Schwestern der Heiligen Elisabeth, versorgten die Kranken. Im Jahr 2003 gingen die letzten vier Ordensschwestern in den Ruhestand.


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