Kirche in Stadt und Land leben

Bischöfin Fehrs stellt Sprengelbericht vor

shz.de von
23. November 2013, 00:34 Uhr

Bischöfin Kirsten Fehrs hat am Freitag auf der Landessynode der Nordkirche in Travemünde ihren Bericht aus dem Sprengel Hamburg und Lübeck vorgestellt. Der Sprengel umfasst 229 Kirchengemeinden in dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und den Kirchenkreisen Hamburg-Ost, Hamburg-West/Südholstein.

Ein wichtiges Thema sei, so die Bischöfin, die Frage, wie Stadt und Land aufeinander bezogen bleiben könnten und voneinander lernen könnten. „Die Kirche im Dorf steht für Verlässlichkeit, Tradition. Gemeinschaft. Soziale Wärme. Dagegen lebt Kirche in der Stadt den Raum. Und zwar meist den engen Raum. Mit vielen Divergenzen, die man zusammenhalten muss.“ Fehrs betonte, dass die Gemeinden in Hamburg und Lübeck sehr stadtteilnah arbeiteten. „Sie sind unterwegs mit Armenküchen, Aids-Seelsorge, dem afrikanischen Zentrum, Generationenhäusern und vor allem: gelebter Interreligiosität.“ Dieses Thema zeige anschaulich, wie man seinen eigenen Glauben gerade im Dialog und in den Unterschieden zu den anderen Religionen präziser kennen lernen könne. Das Vertrauen zwischen den Religionsgemeinschaften sei so gewachsen. Als ein Beispiel benannte sie dabei den Religionsunterricht für alle, der sich in Hamburg schon seit Jahren als besonderes gemeinsames Modell bewähre: „Das dabei Entscheidende ist, dass überhaupt Religionsunterricht erteilt wird. Denn nur mit dem Modell des gemeinsamen Unterrichts können die Klassenverbände bestehen bleiben.“ Fehrs betonte, dass damit Hamburg nach den bisher vorliegenden Zahlen, bundesweit über die niedrigste Abmeldequote vom Religionsunterricht verfüge.

Ein weiteres zentrales Thema sei für sie die Sprachfähigkeit über den eigenen Glauben, auch für den gesamtgesellschaftlichen Dialog, so Fehrs. „Es gibt ein Bedürfnis nach einer Sprache, die die wenigsten noch zur Verfügung haben. Was kann die Kirche an Haltbarem angesichts der Werterosionen geben?“ Dabei könne sie durch die Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen sehen: „Kirche ist mehr als ein Gebäude und eine Institution, sie hat einen großen Schatz: Gottes Wort. Kraftspendend und lebensnah. Mit diesem Schatz, in Herz und Hand gelte es die Menschen zu erreichen.“

Schließlich berichtete Bischöfin Fehrs über die Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg. Das Wort der Landessynode vom September sei gültig: „Im Blick auf die ‚Lampedusa-Gruppe‘ in Hamburg erwarten wir, dass die politisch Handelnden eine Lösung herbeiführen, die unter Ausnutzung aller rechtlichen Möglichkeiten Lebenschancen für diese Menschen in Deutschland eröffnet.“

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen