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Kein Zusammenhang mit Geiselnahme : JVA Lübeck: Wachpersonal entdeckt toten Gefangenen

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Ministerin Spoorendonk betont: Der vermutliche Suizid hat nichts mit der Geiselnahme an Heiligabend zu tun.

Kiel/Lübeck | Im Lübecker Gefängnis ist am Freitagmorgen ein toter Insasse vom Wachpersonal aufgefunden worden. Es habe sich nach allen Anzeichen um einen Suizid gehandelt, sagte Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) am Freitag vor Beginn der Landtagssitzung in Kiel. Ein Zusammenhang zur Geiselnahme in der JVA an Heiligabend bestehe eindeutig nicht.

Die Geiselnahme beschäftigt seit Wochen die Politik in Schleswig-Holstein. Mehrere Gefangene hatten einen Beamten mit einem Messer bedroht. Der Mitarbeiter wurde nach etwa zehn Minuten von Kollegen befreit. Die JVA-Leiterin Agnete Mauruschat hatte darüber nicht sofort Polizei und Staatsanwaltschaft informiert. Die Anklagebehörde ermittelt wegen des Verdachts der Strafvereitelung gegen die inzwischen suspendierte Mauruschat und gegen einen Beamten, der angeblich einen am Boden liegenden Gefangenen misshandelt haben soll.

Wegen ihres Umgangs mit dem Vorfall geriet auch Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) massiv unter Druck. Sie hatte sich zunächst klar vor die JVA-Leiterin gestellt, sie dann aber wegen Vertrauensbruchs abgesetzt.

Bundesweit gab es nach Angaben des Kieler Justizministeriums 2012 insgesamt 57 Suizide in Strafanstalten sowie in den Jahren zuvor ähnliche Zahlen. In allen Justizvollzugsanstalten in Schleswig-Holstein zusammen hatte es in den vergangenen Jahren jeweils einen Suizid gegeben. Das Lübecker Gefängnis liege damit weit unter dem Bundesdurchschnitt, sagte Spoorendonk.

Der Landtag befasste sich am Freitagvormittag mit der Aufarbeitung der Geiselnahme und möglichen Konsequenzen.

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erstellt am 21.Feb.2015 | 10:09 Uhr

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