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Jugendliche engagieren sich für St. Katharinen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der bedeutende Sakralbau in der Hansestadt Lübeck ist der Öffentlichkeit wieder zugänglich

Rund fünf Jahre war die Katharinenkirche wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. In der Museumsnacht im Herbst 2015 durften Besucher erstmals wieder einen Blick in den bedeutenden Sakralbau werfen. Dann wurde die Museumskirche St. Katharinen wieder geschlossen. Aus Kostengründen sei eine tägliche Öffnung für das interessierte Publikum nicht möglich, hieß es von Seiten der Stadt. Nun haben sich Freiwillige gefunden, die unentgeltlich an Wochenenden bereitstehen.

Und so soll ab Sonnabend, 30. April, die Katharinenkirche in der Königstraße wieder für Besucher geöffnet sein. Es fehlte aber noch ein Kassenhaus. Den Entwurf und den Bau haben fünf Jugendliche übernommen, die ein freiwilliges Jahr bei der Jugendbauhütte absolvieren.

Eva-Maria Krawczyk aus Stuttgart hat im vergangenen Jahr Abitur gemacht und ist jetzt bei der Jugendbauhütte Lübeck aktiv dabei. Sie möchte Architektur studieren. So lag es nahe, dass sie den Entwurf für den Kassenbereich erarbeitet hat. Keine ganz leichte Arbeit: Stadt, Denkmalschutz und Museen mussten zustimmen. Jetzt geht es an die Realisierung.

Die Außenwände für das kleine Haus in der unbeheizten Kirche stehen bereits. Sie sind etwas ganz besonderes: Das Material stammt aus der Ausstellung „Lübeck 1500“ im St. Annen Museum und wird dort jetzt nicht mehr benötigt. Bis Ende des Monats haben die Jugendlichen mit der Fertigstellung noch Zeit: Dann wird die Katharinenkirche wieder an den Wochenenden von 10 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet.

Ein Besuch lohnt sich. Die um 1300 errichtete Katharinenkirche ist ein Höhepunkt der sakralen Architektur in Lübeck. Der Backsteinbau war einst das Zentrum der Franziskaner im gesamten Ostseeraum. Bis zur Reformation diente St. Katharinen als Klosterkirche, dann wurde sie bis zur Aufklärung als Grabeskirche genutzt. Heute ist sie Museumsraum: Sie birgt Kunstwerke wie ein großes Epitaph mit der Erweckung des Lazarus, gemalt von dem venezianischen Meister Jacopo Tintoretto (16. Jahrhundert) oder die flandrische Messinggrabplatte des Bürgermeisters Lüneburg (15. Jahrhundert), den großen Gipsabguss der Stockholmer St. Jürgengruppe (15. Jahrhundert) von Bernt Notke oder die Keramikfiguren von Ernst Barlach und Gerhard Marck an der Außenfassade der Kirche.


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