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Lübeck

12. Dezember 2017 | 14:11 Uhr

Jugendkreuzweg durch die Altstadt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Christliche Jugendliche aller Konfessionen wollen am Freitag in Lübeck zum Nachdenken anregen

„Es geht darum, Menschen zu helfen, denen es schlecht geht“, sagen Sonja Leonhardt und Anna Plawan. Die beiden 19-Jährigen gehören zum etwa 50-köpfigen Organisationsteam, in dem christliche Jugendliche aller Konfessionen zusammenarbeiten. An diesem Freitag, 13. März, um 17.45 Uhr werden sie gemeinsam einen Kreuzweg gehen.

Mit etwa 60  000 bundesweiten Teilnehmern pro Jahr gehört der Jugendkreuzweg zu einer der größten ökumenischen Jugendinitiativen in Deutschland. Zum vierten Mal findet er in der Innenstadt von Lübeck statt. Dabei gedenken die Jugendlichen des Leidensweges Jesu mit Gebet, Gesang und verschiedenen Aktionen an fünf Stationen. „Mir gefällt es, dass wir an einem öffentlichen Ort beginnen“, sagt Jugendpastor Jochen Schultz und meint das Holstentor, „denn das zeigt: Glaube findet nicht nur in Kirchen oder hinter verschlossenen Türen statt, sondern überall, wo Menschen unterwegs sind.“

Vom Holstentor im Westen sind es gut fünf Minuten bis zur nächsten Station an der Musik- und Kongresshalle (MuK), die maßgeblich von der Katholischen Jugend gestaltet wird. Von hier aus geht es weiter zur größten Innenstadtkirche: Die Marienkirche haben die Jugendlichen dann ganz für sich und sind frei, die Passionsgeschichte dort auf ihre Art mit Leben zu füllen. Es werden Antworten gesucht auf Fragen wie „Wer hat in der Gegenwart ein derart schweres Kreuz zu tragen, dass er unter der Last zerbrechen könnte? Das können ganz aktuelle Themen sein wie zum Beispiel Mobbing in der Schule“, erläutert Schultz.

„Die Jugendlichen sind unsere Augenöffner“, sagt Pastorin Imke Akkermann-Dorn, „denn sie führen uns auch an ganz normale Orte, die sie in besondere Begegnungsstätten umwandeln.“ So auch die vierte Station: das Theater. Wer sich am Freitagabend dort aufhält, trifft auf vorbeieilende Passanten, die aus der Breiten Straßen kommen. Geschäfte, Restaurants, Straßenlärm. Welten stoßen aufeinander. Spielerisch laden die Jugendlichen an diesem vitalen Ort zum Innehalten ein: „Wir werden eine Theaterszene aufführen“, sagt Anna Plawan, die das Gemeinschaftserlebnis am Jugendkreuzweg hervorhebt. Ihr persönliches Highlight der unter dem Namen „Im Fokus das Kreuz“ laufenden Veranstaltung ist die Bastelaktion rund um das Kreuz: „Vom Holzstück an der ersten Station bis zum Zusammenbinden des Kreuzes an der fünften Station – wird jedes Kreuz am Ende anders aussehen.“

Zu Diskussion und Tiefe soll ebenso auf dem Jakobikirchhof, der fünften Station, gefunden werden. Hier wird im Stil einer Livereportage und eines TV-Kommentars das erdrückende Leid anderer in den Mittelpunkt gerückt. An dieser Aktion ist Sonja Leonhardt beteiligt. Ihrer Meinung nach ist die Besonderheit des Jugendkreuzweges, dass man Grenzen überwindet, von denen man dachte, dass sie die Konfessionen trennen würden. "Am Ende merkt man, dass wir alle das gleiche Anliegen haben, wenn es um menschliche Werte geht". Den Abschluss bildet ein Treffen in den Gebäuden der evangelischen Gemeinschaft des EC Lübeck (Entschieden für Christus) in der Glockengießerstraße.

„Das Durchschreiten des Jugendkreuzweges quer durch die Stadt zeigt Lübeck wie im Brennglas“, so Akkermann-Dorn. „Am Holstentorplatz werden die alten Geschichten lebendig. Hinter der Breiten Straße setzen sich die Jugendlichen mit dem Leiden und Sterben Jesu kreativ auseinander. Und in den großen Innenstadtkirchen erblühen die biblischen Texte im Weltbild der Jugendlichen. Das ist faszinierend.“


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