In Lübeck eingebürgert

Sven  Theißen.
Sven Theißen.

Einbürgerungsfeier in der Muk: 228 Menschen aus 56 Nationen erhalten in der Hansestadt ihren deutschen Pass

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23. November 2018, 15:42 Uhr

Gratulationscour in der Musik- und Kongresshalle: Zur alljährlichen Feier werden Frauen und Männer eingeladen, die in den vergangenen zwölf Monaten in der Hansestadt Lübeck eingebürgert wurden – das sind im Jahr 2018 bis zum 21. November 228 Menschen, im gesamten Jahr 2017 waren es 232. Um der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu geben, wurde erstmals die Musik- und Kongresshalle genutzt, der Audienzsaal im Rathaus hätte die Vielzahl der Gäste nicht beherbergen können.

Lübecks Innensenator Ludger Hinsen (CDU) sagte bevor er den Neu-Lübeckern ihre Einbürgerungsurkunden überreichte: „Wir meinen, dass die Einbürgerung keinen bloßen Verwaltungsakt darstellt, sondern vielmehr ein wichtiger Einschnitt im Leben ist, auch für unser Land und unsere Stadt ein bedeutsames Ereignis.“ Hinsen verweis darauf, dass in Lübeck etwa 150 Nationalitäten friedlich zusammen leben. Die Neubürger hätten viele Mühen auf sich genommen und damit deutlich gemacht, dass die Einbürgerung kein Zufall, sondern eine ganz bewusste Entscheidung sei. Hinsen: „Das zeigt dass sie sich dem Land verbunden fühlen, in dem sie bereits lange leben und arbeiten.“

Dass Sport bei der Integration eine wichtige Rolle spielt, macht ein Projekt in Lübeck deutlich. Über gemeinsame Freizeitangebote sollen Freundschaften entstehen und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden. Motto: Aus Neu-Lübeckern und Lübeckern werden Freunde.

Die 2015 gegründete Berliner Organisation HiMate (Hallo Freund) vermittelt über eine Gutscheinplattform Kultur- und Freizeitangebote an Menschen mit verschiedenen kulturellen und finanziellen Hintergründen. Jetzt soll die Community deutschlandweit ausgebaut werden. HiMate macht in Lübeck für Norddeutschland den Anfang. Thomas Noppen, HiMate- Gründer und Geschäftsführer, kontaktierte Philipp Köhler (‚Stabstelle Integration- Koordinierung Flüchtlingsarbeit‘ der Hansestadt Lübeck). Mit Mustafa Kurtoglu (Coach beim Turn- und Sportbund Lübeck) war ein erster Projektpartner gefunden. Das vom Landessportverband geförderte Projekt „Sportcoaches“ hat sich auch dem Ziel verschrieben, gesellschaftliche Teilhabe und Integration zu stärken. Köhler: „Mit allen Beteiligten sollen Momente geschaffen werden, in denen sich Newcomer, etwa Geflüchtete, und Einheimische ungezwungen und auf Augenhöhe begegnen und kennenlernen.“ So werden gespendete Eintrittskarten zu Sportveranstaltungen in Lübeck zunächst über den Sportcoach an Tandems aus jeweils einem Newcomer und einem Local vermittelt. „Ein tolles Projekt, dass wir gern unterstützen“, sagt Sven Theißen (Foto), Marketingleiter beim VfB Lübeck: „Wir freuen uns darüber, schon gegen Wolfsburg II Ende November Lübecker und Neu-Lübecker gemeinsam bei uns im Stadion begrüßen zu dürfen“. Lübecks Sozialsenator Sven Schindler (SD) wird am nächsten Freitag mit Ziad Al Sayed, einem Tennislehrer aus Syrien, das Heimspiel des VfB besuchen: „Ich finde das ist eine ganz tolle Idee - eine win-win-Situation für alle“, sagt Schindler. Eine Ausnahme gibt er gern mit einem Augenzwinkern zu: „Ich zahle die beiden Karten selbst“.

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