Im Einsatz für Lübecks Visitenkarte

Am Freitag bekam die Fridthjof im Museumshafen Lübeck ihren Mast zurück.
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Am Freitag bekam die Fridthjof im Museumshafen Lübeck ihren Mast zurück.

Verein „Museumshafen zu Lübeck“ fürchtet um den Bestand seiner Werkstatt auf der Nördlichen Wallhalbinsel

shz.de von
24. Juli 2015, 14:55 Uhr

Mit der Umgestaltung „An der Untertrave“ soll Lübecks Erscheinungsbild noch weiter aufgewertet werden (wir berichteten). Das wird aber nur gelingen, wenn die die sehenswerten Schiffe im Museumshafen von unzähligen Ehrenamtler gepflegt werden können. Und statt Unterstützung durch die Stadt zu erhalten, droht dem Verein Museumshafen zu Lübeck die Kündigung seines Lagers und seiner Werkstatt, die auf der Nördlichen Wallhalbinsel angesiedelt ist.

Rund 50 Mitglieder hat allein der Verein, der die 1881 gebaute Galleasse Fridthjof betreut. Und die haben einiges zu tun. Das Schiff wird zur Zeit komplett saniert. Am Freitag traf der sanierte Mast ein. Der 1,6 Tonnen schwere Mast war von den Vereinsmitgliedern selbst saniert und fünf Mal lackiert worden. „Damit ist der erste Bauabschnitt beendet“, berichtet Miloslav Dufek von der Altstadtwerft Lübeck. Es gibt aber noch reichlich zu tun. So muss der gesamte Heckbereich und das Deck der Galleasse erneuert werden.

„Die komplette Sanierung wird wohl zehn Jahre dauern“, schätzt Lutz Kirsten, Vorsitzender des Vereins. Für die ersten Sanierungen hat die Lübecker Possehl-Stiftung 75  000 Euro ausgeschüttet. Die Ehrenamtler stellen ihre Arbeitskraft.

Dabei hat der Verein noch Glück: Sie konnten in einem Hafenschuppen auf der Nördlichen Wallhalbinsel Räume für die Werkstatt mieten. Das wird in Zukunft wohl nicht mehr möglich sein. „Die Hansestadt Lübeck hat uns einen Schuppen bei Krummesse angeboten“, sagt Dr. Ulrich Bayer, Sprecher des Vereins: „Das kann nicht funktionieren.“ Dabei seien die Museumsschiffe doch ein wichtiger Teil für Lübecks Tourismuswerbung.

Und die Fridthjof ist nicht nur ein wichtiges Fotomotiv. Sie dient vor allem der Jugendarbeit. Aber auch Erwachsene können mitfahren und die alte Seefahrt kennen lernen. Mit den Einnahmen aus Tagesfahrten wird der Erhalt des Schiffes zum Teil finanziert.

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