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Lübeck

18. Oktober 2017 | 15:13 Uhr

Im Einsatz für Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Tatkräftige Jugendliche: Der bedeutende Ringwall in Lübeck-Pöppendorf hat einen Zugang erhalten

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Vielen Lübeckern ist nicht bekannt, dass sich beim Lübecker Ortsteil Pöppendorf ein großer Ringwall befindet – die Überreste einer Burganlage, die vor etwa 1200 Jahren entstanden ist. Im Sommer sperrte die Stadtverwaltung die Anlage, da die Treppen marode waren. Doch der Wall ist beliebter als gedacht. In der Stadtverwaltung gingen zahlreiche Anrufe und Emails ein. Nichts passierte. Aber jetzt haben fünf Jugendliche ehrenamtlich einen neuen Zugang geschaffen.

Der Pöppendorfer Ringwall ist mit einem Durchmesser von rund 110 Metern und einer Höhe von acht bis zwölf Metern die am besten erhaltene slawische Burganlage in Holstein. Dort sind aber bisher noch keine archäologischen Ausgrabungen erfolgt. Wenige Funde im Umfeld weisen auf das 9. bis 10. Jahrhundert als Ursprung hin. Die Burg erscheint auch nicht mehr in den schriftlichen Quellen der späteren Zeit. Sie ist vermutlich älter als der slawische Handels- und Residenzort Alt-Lübeck. Im Süden der Burg befand sich eine zugehörige Siedlung, die etwa 800 Meter weiter liegenden slawischen Hügelgräber gehören vermutlich mit Burg und Siedlung in einen Zusammenhang.

Besucher konnten bis zum Sommer den Wall über eine Treppe und Aussichtsplattform erkunden. Das Holz war allerdings so verfault, dass im Sommer der Bereich Archäologie der Hansestadt Lübeck die Anlage sperren ließ. Dr. Manfred Schneider, stellvertretender Bereichsleiter, stellte allerdings sehr schnell fest, dass die Reste der Burg überraschend viele Bürger interessieren. Er bekam zahlreiche Eingaben. Ein Neubau der Treppenanlage hätte die Hansestadt aber bei der aktuellen Haushaltslage nicht finanzieren können.

Hilfe gab es von der Jugendbauhütte Lübeck. Hier absolvieren fünf Jugendliche ein freiwilliges Jahr. Sie übernahmen die Arbeiten. Auch sie waren überrascht vom Interesse der Öffentlichkeit. Sogar ein Tourist aus Spanien kam vorbei, der vom Ringwall in einem Reiseführer gelesen hatte. Die Treppe wird in den kommenden Tagen fertig. Dann folgen noch Sitzbänke auf der Aussichtsplattform und am in der Nähe befindlichen Hügelgrab.


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